Romano Pelosi: «Es gibt auch Momente persönlicher Krisen»
Die Vereidigung als Schweizergardist ist feierlich, doch zum anstrengenden Alltag gehören auch persönliche Krisen. Wie die Berufung zum Dienst seine Persönlichkeit gefestigt hat, erzählt der Ex-Gardist Romano Pelosi im Podcast «Laut + Leis».
«Die Berufung nimmt man an, und sie gilt für das ganze Leben. Deshalb heisst es ja zu Recht, einmal Gardist, immer Gardist in der Ex-Gardisten-Community. Das ist eine sehr starke Identitätsbildung, die Überzeugung braucht.
Denn der Alltag als Schweizergardist ist nicht immer glamourös. Es gibt auch Momente persönlicher Krisen, in denen man innere Kämpfe mit sich selber ausficht. Wenn man stundenlang Wache stehen muss, fragt man sich dann schon mal, wieso und für wen mache ich das.
Aber: Das stählt einen, das prägt einen extrem für den eigenen Charakter. Wenn einem dann der Papst begegnet ist als sehr einfacher und authentischer Mann, den man hinter den Kulissen hat kennenlernen dürfen als Gardist und nicht nur die Bilder aus dem Fernsehen und den Medien kennt.
Selbst wenn man einen schlechten und strapaziösen Tag hat, diese wenigen Minuten mit Papst Franziskus haben gereicht. Die Begegnung mit ihm hat bei mir einen Switch im Kopf ausgelöst, und ich habe mich gefragt, wieso rege ich mich eigentlich auf? Und dann war alles wieder verflogen. So habe ich mich immer motivieren können.»
Das sagt Romano Pelosi im Podcast «Laut + Leis». Der 28-Jährige diente von 2017 bis 2021 in der Päpstlichen Schweizergarde. Heute ist er Vizepräsident der Sektion ehemaliger Schweizergardisten der Region Basel, studiert am Europa-Institut in Basel und arbeitet bei der Wirtschaftskammer Baselland. (sl)
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