Die Bistümer St. Gallen und Basel wollen mehr Frauen in Leitungspositionen. Eine solche ist Hildegard Aepli. Sie leitet im Bistum St. Gallen die Abteilung Spiritualität und Bildung.
Schweiz

Rolle der Frau in Kirche stärken: Bistümer St. Gallen und Basel starten Mentoring-Programm

Noch immer sind Frauen in kirchlichen Leitungsaufgaben unterrepräsentiert. Die Bistümer St. Gallen und Basel wollen dies ändern. Unter dem Titel «Frauen in Führung – das Mentoring-Programm» starten sie im Oktober gemeinsam ein Pilotprojekt. Acht Frauen – vier Mentees und vier Mentorinnen – machen sich auf den Weg.

(bal) Die Bistümer St. Gallen und Basel nehmen 2026 am Mentoring-Programm «Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf» des deutschen Hildegardis-Vereins teil. Dies teilen sie in einem gemeinsamen Communiqué vom Dienstag mit. Das bundesweite Programm sei 2015 konzipiert und in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und den deutschen (Erz-)Diözesen durchgeführt worden.

Initiative des Bistums St. Gallen

Die Bischöfe Beat Grögli und Felix Gmür wollten in diesem Bereich etwas bewegen: «Ohne Frauen geht es nicht! Es ist uns ein Anliegen, das Thema systemisch anzuschauen», sagen sie laut Mitteilung. Es gehe um Diversität, passende Strukturen und um die Personal- und Fachkräfteentwicklung der Kirche in den kommenden Jahren.

Seit 2026 können erstmals auch kirchliche Institutionen ausserhalb Deutschlands am Mentoring-Programm des Hildegardis-Vereins teilnehmen. Dies gehe unter anderem auf Initiative des Bistums St. Gallen zurück, heisst es weiter.

Mehr Frauen in Führungspositionen

Das Mentoring-Programm der beiden Bistümer startet im Oktober und verfolgt verschiedene Ziele. «So soll einerseits der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche erhöht werden und andererseits eine Auseinandersetzung mit der männlich geprägten Organisationskultur stattfinden.» Das Mentoring sei zudem eine gute Gelegenheit für Mentees und Mentorinnen sowie Personalverantwortliche, sich überdiözesan auszutauschen und zu vernetzen.

Mentoring dauert zwölf Monate

Das Mentoring dauert zwölf Monate. Während dieser Zeit bilden eine Mentee und eine Mentorin ein Tandem als «vertrauensvolle Lernpartnerschaft, die auf Erfahrungsaustausch und persönlicher Entwicklung basiert». Das Tandem werde bistumsübergreifend zusammengestellt.

Je zwei Frauen aus den Bistümern Basel und St. Gallen, die als Mentees teilnehmen, und je zwei Mentorinnen bilden ein «bistumsgemischtes Team», so das Communiqué. Insgesamt machen sich acht Frauen auf den Weg, vier Mentees und vier Mentorinnen, die nicht namentlich genannt werden.

Das Theologisch-pastorale Bildungsinstitut koordiniert demnach das Programm. Es tritt als Vertragspartner gegenüber dem Hildegardis-Verein auf und pflegt die Website für die Deutschschweiz.

Fortsetzung offen

Nach dem Pilotjahr wird das Ergebnis evaluiert und über eine Fortsetzung entschieden. Dabei werde auch die Finanzierung weiterer Durchgänge geklärt, schreiben die beiden Bistümer. Koordinator für das Bistum St. Gallen ist der Leiter des Personalamtes, Damian Kaeser-Casutt, für das Bistum Basel die Personalverantwortliche Donata Tassone-Mantellini.

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Die Bistümer St. Gallen und Basel wollen mehr Frauen in Leitungspositionen. Eine solche ist Hildegard Aepli. Sie leitet im Bistum St. Gallen die Abteilung Spiritualität und Bildung. | © Bistum St. Gallen
21. April 2026 | 16:00
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