Ranfttreffen: «Eine sehr andächtige Stille herrschte beim Weiterreichen des Friedenslichts»
Erstmals nach der Corona-Pause hat wieder das Ranfttreffen stattgefunden. Über 700 Menschen – Kinder, Jugendliche und Familien – haben an dem Anlass teilgenommen. Sascha Antenen von Jungwacht Blauring Schweiz zeigt sich zufrieden: «Es war für alle einfach nur schön, endlich wieder am Ranfttreffen zu sein.»
Barbara Ludwig
Am vierten Adventswochenende hat erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder das vorweihnachtliche Treffen in der Ranftschlucht im Kanton Obwalden stattgefunden. Über 700 Personen waren am Samstag und in der Nacht auf Sonntag unterwegs nach Flüeli-Ranft, teilt Jungwacht Blauring Schweiz (Jubla Schweiz) mit.
Die grösste Sternwanderung für Jugendliche und junge Erwachsene in der Schweiz wurde 1977 zum ersten Mal durchgeführt. Der Weg führt von Sarnen beziehungsweise Sachseln in die Ranftschlucht – zum Rückzugsort des Eremiten Niklaus von Flüe. Dort wird jeweils zu nächtlicher Stunde ein Gottesdienst gefeiert. Später kam ein «Familienweg» hinzu.
Postenlauf mit Weihnachtsgeschichte für Familien
Mit dem «Familienweg» hat am Samstagnachmittag das diesjährige Ranfttreffen begonnen. «Zusammen mit ihren Eltern lernten sechs- bis zehnjährige Kinder auf einem Postenlauf eine Weihnachtsgeschichte kennen und konnten einen Stern basteln», heisst es in der Mitteilung. In der Ranftschlucht feierten die Familien um 19 Uhr einen Wortgottesdienst.
Die Jugendgruppen seien am frühen Abend ab Sarnen und Sachseln in die «Erlebnisnacht» aufgebrochen, schreibt Jubla Schweiz. Das Motto des diesjährigen Treffens lautete: «Am Ranfttreffen die Welt gestalten, wie sie gefällt». In verschiedenen Ateliers hätten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer «spielerisch mit den Gestaltungsmöglichkeiten der persönlichen Welt» auseinandergesetzt, heisst es im Communiqué.
Seit jeher wird für Frieden gebetet
Morgens um drei Uhr feierten die jungen Menschen einen Gottesdienst in der Ranftschlucht – gemeinsam mit Hanspeter Wasmer, Bischofsvikar im Bistum Basel, und Jonas Amherd, Bundespräses von Jubla Schweiz. Traditionell wird in der nächtlichen Feier das Friedenslicht von Bethlehem weitergereicht.
«Das Ranfttreffen war schon immer ein Ort, an dem wir für Frieden beteten», teilt Sascha Antenen kath.ch mit. Er ist bei Jubla Schweiz für die Kommunikation verantwortlich. Krieg und Elend gebe es leider immer in einem Teil der Welt. Mit dem Konflikt in der Ukraine sei das nun auch hierzulande den Menschen stärker bewusst geworden. «Dieses Jahr herrschte eine spezielle und sehr andächtige Stimmung beim Weiterreichen des Friedenslichtes», so Antenen.
Die Teilnehmerzahlen bewegen sich annähernd auf dem Niveau von 2019. «Es waren ein paar weniger.» Nach zwei Jahren Pause sei man mit dem Ergebnis zufrieden und hoffe, die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im nächsten Jahr zu übertreffen.
Menschen wieder an Ranfttreffen erinnern
Antenen stellt fest: «Nach zwei Jahren Pause muss man den Menschen das Ranfttreffen wieder näher bringen und sie daran erinnern, dass es stattfindet.» Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten jedoch genau solche schönen Momente in Zeiten von Corona vermisst und hätten es sehr geschätzt, den spirituellen Anlass wieder erleben zu dürfen.
«Viel positive Energie»
Es sei «viel positive Energie» zu spüren gewesen, schreibt Sascha Antenen. «Es war für alle – uns, die Helfenden und die Teilnehmenden – einfach nur schön, endlich wieder am Ranfttreffen zu sein.»
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