Umweltenzyklika von Papst Franziskus (Buchcover) | © 2015 Benno-Verlag
Vatikan
Umweltenzyklika von Papst Franziskus (Buchcover) | © 2015 Benno-Verlag

Positives Echo auf Enzyklika – «moralisch und ethisch stark»

Rom/Washington/Berlin, 19.6.15 (kath.ch) Mit seiner am Donnerstag veröffentlichten Umwelt-Enzyklika stösst Papst Franziskus bei Politik und Wissenschaft auf positives Echo. Kirchenvertreter sprachen von einer wegweisenden Botschaft.

Das Lehrschreiben trägt den Titel «Laudato si». Darin spricht sich das Oberhaupt der katholischen Kirche unter anderem dafür aus, Umweltschutz und den Kampf gegen Armut zusammenzudenken. Der Name – zu Deutsch «Sei gepriesen» – ist dem Sonnengesang des Franz von Assisi (1181/82-1226) entnommen.

US-Präsident Barack Obama hat die Enzyklika ausdrücklich gelobt. Die USA müssten mutig handeln, um den Ausstoss umweltschädlicher Treibhausgase zu reduzieren und die Nutzung sauberer Energien auszuweiten. Auch die Armen müssten besser vor den Gefahren des Klimawandels beschützt werden, sagte Obama, der den Papst am 23. September im Weissen Haus empfangen wird.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon sagte laut einer von den Vereinten Nationen verbreiteten Mitteilung, er begrüsse die neue Enzyklika. Die Menschheit habe die Pflicht, sich um den Planeten Erde zu kümmern, und Solidarität mit den ärmsten und verletzbarsten Mitgliedern der Gesellschaft zu zeigen, die unter dem Klimawandel litten. Ban rief alle Regierungen der Welt auf, das Wohl der Erde über nationale Interessen zu stellen und beim Klimagipfel in Paris in diesem Jahr ein ehrgeiziges Abkommen zu verabschieden. Auch der frühere Uno-Generalsekretär Kofi Annan würdigte das Papier als «moralisch und ethisch stark».

Leonardo Boff von Durchschlagskraft der Enzyklika überzeugt

Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff dagegen zeigte sich in der «tageszeitung» von der Durchschlagskraft der päpstlichen Botschaft überzeugt. «Es ist das erste Mal, dass ein Papst das Thema Ökologie ganzheitlich behandelt.»

Nach den Worten von Amazonas-Bischof und Mitautor Erwin Kräutler handelt es sich bei der Enzyklika um einen Appell an alle Menschen, unabhängig von Glaube und Herkunft: «Es ist kein Schreiben, das als private Meditationshilfe gedacht ist, sondern Verantwortliche für Politik und Wirtschaft, aber auch die kleine Frau und den kleinen Mann aufrütteln will.»

Vatikanserver blockiert

Ähnlich äusserte sich der aus Ghana stammende Kurienkardinal Peter Turkson bei der Vorstellung der Enzyklika im Vatikan. Die US-Bischöfe riefen zu einem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen auf, vermieden aber den Begriff «Klimawandel» bei einer Pressekonferenz in Washington weitgehend.

Unterdessen ging am Donnerstagnachmittag kurzzeitig der Vatikan-Server in die Knie. Die Adresse www.vatican.va (www.vatican.va) war für einige Zeit nicht erreichbar. Unklar blieb zunächst, ob die Störung einer erhöhten Nachfrage nach der Umwelt-Enzyklika oder einem Hackerangriff geschuldet war. (kna/kap)

Hinweis: Fotos finden Sie in der KNA-Bild-Datenbank auf www.kna-bild.de.

 

 

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