Iwan Rickenbacher, Publizist und Politexperte | © 2015 Georges Scherrer
Schweiz
Iwan Rickenbacher, Publizist und Politexperte | © 2015 Georges Scherrer

Politologe Rickenbacher: Bewusste Caritas-Provokation in der Migrationsdiskussion

Bern, 30.1.15 (kath.ch) Die Caritas-Tagung zur Zuwanderung war in diesem Jahr ganz speziell, sagt der Schweizer Publizist und Politexperte Iwan Rickenbacher. Er moderierte am diesjährigen Caritas-Forum in Bern zum Thema «Zuwanderung» zwei Podiumsgespräche. Es fanden keine kontroversen Diskussionen statt. An diesem Tag wurde jedoch ein Kontrapunkt gesetzt zu dem, was heute in der Schweiz im Bereich Migration, Asylwesen und Zuwanderung gesagt und verbreitet wird, so Rickenbacher.

Georges Scherrer

Die negativen Seiten der Entwicklung im Bereich der Migration finden heute leicht ihre Hörer. Negative Entwicklungen, die herausgehoben würden, seien etwa der Landverbrauch, volle Busse, volle Trams, Knappheit im Wohnungsmarkt. In der politischen Diskussion werde aber nicht darüber gesprochen, wo das Potential der Schweiz dank der Zuwanderung liegt, sagte Rickenbacher, indem er die Statements der Referenten zum Abschluss der Tagung vom 30. Januar gegenüber kath.ch zusammenfasste.

Die Schweiz soll sich die Fähigkeiten und Lebenserfahrungen der Einwandernden zu Nutze machen, fordert Rickenbacher. Das Land greife zwar heute bereits auf jenes Potential zurück, welches die Zuwanderer mitbringen. Dies gehe jedoch in der gesellschaftlichen Diskussion unter. Die Caritas habe darum «bewusst mit qualifizierten und engagierten Referenten einen provozierenden Kontrast gegen das gesetzt, was üblicherweise in der Schweizer Gesellschaft verbreitet wird».

Mut zum Agieren

Die 300 Teilnehmenden am Forum, eine Rekord-Beteiligung in der Caritas-Geschichte, so Rickenbacher, werden viele Anregungen mit nach Hause nehmen und auch ein «Stück Mut, sich für eine andere Sicht der Migration einzusetzen». In diesem Bereich müssten viele Probleme auf der personellen Ebene aber auch innerhalb der verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen gelöst werden. Der Politologe schliesst sein Statement mit den Worten: «Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen». (gs)

Kath.ch-Dossier zum Caritas-Forum 2015

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