Piusbrüder verlieren einen Bischof
Tissier de Mallerais, Bischof der Piusbruderschaft, ist gestorben. Der 79-Jährige lehnte eine Einigung seiner traditionalistischen Priestergemeinschaft mit dem Vatikan ab.
Einer der drei Bischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. ist gestorben. Der Generalobere der Priesterbruderschaft, Davide Pagliarani, teilte am Dienstagabend in Menzingen ZG den Tod von Bischof Bernard Tissier de Mallerais mit. Zuvor war der Bischof am Samstag im Priesterseminar in Ecône VS gestürzt.
Kritiker der Versöhnung mit dem Papst
Der 1945 in Frankreich geborene Tissier de Mallerais stand einer Einigung seiner Priestergemeinschaft mit dem Vatikan kritisch gegenüber. Obwohl er nach seiner Bischofsweihe, die ohne Erlaubnis des Papstes gespendet wurde, als exkommuniziert galt, sah er sich weiterehin als Teil der katholischen Kirche. Gegenüber Bemühungen des früheren Generaloberen Bischof Bernard Fellay für eine kirchenrechtliche Eingliederung der Bruderschaft in die katholische Kirche verhielt er sich ablehnend.
Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) hatte de Mallerais mit drei anderen Priestern der Piusbruderschaft 1988 zum Bischof geweiht, um die Weihen für die in der Folge als schismatisch geltende Bruderschaft sicherzustellen. In der Folge stellte die vatikanische Bischofskongregation die Exkommunikation Lefebvres sowie der vier von ihm geweihten Bischöfe fest. Die Exkommunikation ist eine der höchsten Kirchenstrafen. Papst Benedikt XVI. liess 2009 die Exkommunikation der vier noch lebenden Bischöfe aufheben. Gespräche über eine Regulierung der Bruderschaft verliefen jedoch ohne Ergebnis.
Gegen das Zweite Vatikanische Konzil
Die Piusbruderschaft lehnt die meisten Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Streitpunkte sind vor allem die Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Da die Piusbruderschaft keinen rechtmässigen Status in der Kirche hat, ist sie auf eigene Bischöfe angewiesen, um Weihen zu spenden. Sie hat nun noch zwei Bischöfe. (kna)
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