Die Leistung der Solarmodule wird den Strombedarf der Saint-Marc-Kirche, der Säle und der Garagen, die sich links darunter befinden, bei weitem decken.
Schweiz

Pfarrei Saint-Marc in Neuenburg setzt auf Photovoltaik

Auch in der Romandie wird vermehrt auf Solarenergie auf Kirchendächern gesetzt. Jüngstes Beispiel: Die katholische Pfarrei Saint-Marc in Neuenburg.

Bernard Hallet, cath.ch

«Sie machen sich Ihre Notizen im Sonnenlicht!», sagt François Pahud, Vorsitzender des Pfarreirats von Saint-Marc in der Stadt Neuenburg, lächelnd zum Journalisten. Der Pfarreirat entspricht einem Deutschschweizer Kirchgemeinderat, er hat finanzielle und organisatorische Aufgaben. Das Licht, das die LED-Lampen in der Kapelle der Kirche Saint-Marc spenden, wird tatsächlich von Solarmodulen erzeugt, die kürzlich auf dem Dach des Gebäudes installiert wurden.

15 Tage Bauzeit

Die am 13. Juli begonnenen Bauarbeiten dauerten 15 Tage. «Die 50 auf dem Dach installierten Photovoltaikmodule sind betriebsbereit», erklärt Jean-Paul Valley, der Gebäudeverantwortliche. Er fügt hinzu: «Und wir speisen bereits Strom ins Netz ein. Den genauen Anteil kennen wir jedoch noch nicht.» Das Unternehmen, das Neuenburg mit Strom versorgt, muss noch den Zähler installieren, mit dem sich der Überschuss messen lässt.

Schätzungen zufolge werden die installierten Solarmodule jährlich 22’200 Kilowattstunden Strom erzeugen. «Das ist doppelt so viel, wie wir benötigen, da wir derzeit etwa 10’000 Kilowattstunden verbrauchen», erklärt Jean-Paul Valley. Der so durch Sonnenenergie erzeugte Strom wird den Verbrauch des gesamten Komplexes decken: der Kirche, der Garagen und der darunter liegenden Räume.

Pfarrei muss keinen Strom mehr bezahlen

Der Pfarreirat muss keinen Strom mehr bezahlen, und der Produktionsüberschuss wird vom Stromversorger abgekauft. Dadurch lässt sich die Photovoltaikanlage amortisieren, sie hat zusammen mit den Speicherbatterien 45’000 Franken gekostet.

Jean-Paul Valley, der für die Gebäude der Pfarrei Saint-Marc zuständig ist, posiert inmitten der 50 Solarmodule, die jährlich 22'000 kWh Strom erzeugen werden.
Jean-Paul Valley, der für die Gebäude der Pfarrei Saint-Marc zuständig ist, posiert inmitten der 50 Solarmodule, die jährlich 22'000 kWh Strom erzeugen werden.

«Wir werden einen Förderantrag stellen, der die Rechnung um 12’000 Franken senken dürfte», erklärt François Pahud. Letztendlich dürfte die Anlage die Pfarrgemeinde 30’000 Franken kosten, die den gesamten Betrag vorstrecken konnte. «Unsere Mieteinnahmen lassen uns einen Spielraum», fügt der Vorsitzende des Pfarreirats hinzu.

Papst Franziskus hat das Gewissen geweckt

Dieser informierte sich auch über den Eigenverbrauchsverbund (RCP), der den Bewohnern des Viertels und sogar darüber hinaus die Möglichkeit bietet, Strom von der Pfarrei zurückzukaufen. «Dazu ist eine zusätzliche technische Anlage erforderlich», erklärt der Gebäudeverantwortliche.

Ein gelungener Schachzug für die Pfarrgemeinde, deren Ausrichtung und Lage am Seeufer ideal für eine solche Anlage sind. Die seit Wochen ununterbrochen scheinende Sonne gibt dem Gemeinderat Recht. «Die Sonnenfinsternis hat uns zwar ein paar Minuten geraubt», sagt François Pahud lächelnd.

Auf die Frage, wie er auf die Idee für diese Photovoltaikanlage gekommen sei, verweist der Vorsitzende des Pfarreirats auf die von der Stadt angebotenen Fördermittel und auf Papst Franziskus, der «das Gewissen geweckt» habe. «Ich habe auch Schreiben des Bistums gesehen», präzisiert er, «in denen solche Initiativen gefördert wurden. Ausserdem habe ich festgestellt, dass viele Privatpersonen und Unternehmen ihre Häuser und Lagerhallen damit ausstatten.» François Pahud hat das Projekt vor einiger Zeit vorgeschlagen und die Idee reifen lassen.

Deutliche Zustimmung

Im März 2025 standen die Pfarrgemeindemitglieder dem Projekt positiv gegenüber. Da der Betrag jedoch 30’000 Franken überstieg, mussten eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen und eine Abstimmung durchgeführt werden. Mit 23 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen haben die Gemeindemitglieder ihre Zustimmung zu dem Projekt deutlich zum Ausdruck gebracht.

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Auch wenn der Haushalt bereits verabschiedet ist, wollte der Kirchenrat die Gemeindemitglieder dennoch in den Prozess einbeziehen: «Wir werden Anfang September einen Brief verschicken, in dem wir die Gemeindemitglieder zu einer Spende einladen. Im Gegenzug erhalten sie eine Urkunde als Förderer. Das ist zwar nur symbolisch, aber es liegt uns am Herzen.»

François Pahud und Jean-Paul Valley hoffen, dass ihre Initiative andere Pfarreien und Kirchgemeinden dazu anregen wird, sich ebenfalls auf dieses Abenteuer einzulassen. (Adaptiert: woz)


Die Leistung der Solarmodule wird den Strombedarf der Saint-Marc-Kirche, der Säle und der Garagen, die sich links darunter befinden, bei weitem decken. | © Bernard Hallet, cath.ch
20. August 2026 | 12:00
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