Reto Widmer hat eine Petition zur Rettung des Lassalle-Hauses lanciert.
Schweiz

Petitionär Peter Widmer: «Bin wütend, dass das Lassalle-Haus so rasch aufgegeben wird»

Der Zen-Lehrer und Kursleiter Peter Widmer hat eine Petition gegen die drohende Schliessung des Lassalle-Hauses lanciert, gemeinsam mit dem früheren Leiter Lukas Niederberger. Dies aus Betroffenheit und Verantwortungsbewusstsein, wie er sagt.

Regula Pfeifer

«Die Entwicklungen der letzten Monate haben mich direkt betroffen, und ich sehe es als meine Verantwortung, mich für den Erhalt dieses besonderen Ortes einzusetzen», sagt der Initiant der Petition, Peter Widmer.

33 Jahre und eine Heimat

Widmer hat eine lange Lebensgeschichte mit dem Lassalle-Haus Bad Schönbrunn in Edlibach ZG. Rund 33 Jahre hat er in Verbindung zum Bildungshaus verbracht. Seit 2004 wirkt er da als Zen-Lehrer. Und sagt: «Das Lassalle-Haus ist zu einer zweiten Heimat geworden.»

Das Lassalle-Haus in Edlibach.
Das Lassalle-Haus in Edlibach.

Peter Widmer schätzt den Ort: «Das Lassalle-Haus ist seit Jahrzehnten ein bedeutendes Zentrum für kontemplative Praxis, Zen-Meditation, Dialog und Verantwortung.» Über die Jahre hinweg habe er miterlebt, «wie dieses Haus für viele Menschen zu einem Ort der tiefen inneren Transformation wurde».

Trauer und Wut

Die jüngsten Entwicklungen und die drohende Schliessung machten ihn zutiefst betroffen, sagt Widmer. «Ich bin sowohl traurig als auch wütend darüber, dass eine so bedeutende Institution ohne eine tragfähige Zukunftsstrategie so rasch aufgegeben werden soll.»

Lukas Niederberger
Lukas Niederberger

Deshalb habe er gemeinsam mit dem früheren Lassalle-Haus-Leiter Lukas Niederberger beschlossen, eine Petition zu starten. So wollten sie die Öffentlichkeit mobilisieren, um eine nachhaltige Lösung für den Fortbestand des Bildungshauses zu erarbeiten. «Wir fordern eine strategische Neuausrichtung und eine breite Mit-Trägerschaft, die eine Weiterführung dieses einzigartigen Hauses ermöglicht», schreibt Widmer.

Tagungsprojekt infrage gestellt

Von der ungewissen Zukunft ist er selbst betroffen. Denn für den kommenden September habe er eine Tagung zum Thema «Zen und die Zukunft» geplant. Ob und wie diese realisiert werden könne, sei unklar.

Die Beziehung von Peter Widmer zum Lassalle-Haus hat 1993 begonnen. Damals besuchte er da Zen-Kurse, unter anderem bei Niklaus Brantschen, Pia Gyger und Bernie Glassman. Er sei Langzeitgast im Haus gewesen, erzählt Widmer.

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Seit 1998 gibt er in diesem Bildungshaus der Jesuiten Zen-Einführungskurse. 2004 wurde er Zen-Lehrer, seither ist er da kontinuierlich als Kursleiter tätig. Darüber hinaus wirkte er nach eigenen Angaben auch als Seminarleiter am Lassalle-Institut für Zen, Ethik und Leadership mit.

Die von Peter Widmer und Lukas Niederberger lancierte Petition zur Rettung des Lassalle-Hauses hat inzwischen rund 3000 Unterschriften gesammelt.

Link zur Petition

Reto Widmer hat eine Petition zur Rettung des Lassalle-Hauses lanciert. | © zVg
11. März 2025 | 16:00
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