"Magdalena Cent": Auf der Münze wird das Portrait von Maria Magdalena zu sehen sein.
Schweiz

«Peterspfennig» für Frauen in der Kirche: Globales Netzwerk lanciert «Magdalena Cent»

Das internationale Netzwerk «Catholic Women’s Council» setzt sich seit rund sechs Jahren für die Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche ein. Nun lanciert es einen «Magdalena Cent». Damit soll die Finanzierung künftig breiter abgestützt werden.

Barbara Ludwig

Wer regelmässig den Gottesdienst der römisch-katholischen Kirche besucht, kennt den sogenannten Peterspfennig. Das ist die weltweite Spendenkollekte für die Aufgaben des Papstes, die jährlich am Hochfest Peter und Paul erhoben wird. Nun lanciert das internationale Netzwerk «Catholic Women’s Council» (CWC) in Anlehnung an ebendiesen Peterspfennig einen «Magdalena Cent», wie aus einem Communiqué hervorgeht.

Jährliche Kollekte

Der CWC wurde im November 2019 gegründet und verbindet weltweit katholische Frauen, Frauenorganisationen, Gruppierungen und Institutionen, die sich für gleiche Rechte und die gleiche Würde von Frauen in der römisch-katholischen Kirche einsetzen.

Der «Magdalena Cent» soll – so die Vision – jährlich als Kollekte in Gottesdiensten in Pfarreien, Orden, Vereinigungen, Verbänden und Organisationen aufgenommen werden. Als Termin für die Kollekte eigne sich der offizielle Gedenktag von Maria Magdalena am 22. Juli oder ein anderer Tag im Kirchenjahr, an dem eine passende Veranstaltung stattfindet, heisst es im Communiqué.

Bislang vor allem Geld aus der Schweiz

«Der ‹Magdalena Cent› ist in erster Linie ein Finanzierungsinstrument», sagt Simone Curau-Aepli auf Anfrage von kath.ch. Die Schweizer Katholikin ist Mitglied der für den «Magdalena Cent» zuständigen Projektgruppe und vertritt im Vorstand des Trägervereins den Frauenbund Schweiz. Bislang sei der Betrieb des CWC fast ausschliesslich mit Geldern aus der Schweiz finanziert worden, mit Spenden von Pfarreien, Kirchgemeinden, Organisationen und Stiftungen.

Simone Curau-Aepli, ehemalige Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes.
Simone Curau-Aepli, ehemalige Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes.

«Jetzt ist es an der Zeit, die Finanzierung breiter, also global, abzustützen und so zu sichern», erklärt Curau-Aepli. CWC-Mitglieder und Organisationen, die die gleichen Ziele verfolgen, sollen sich in ihren jeweiligen Regionen für den «Magdalena Cent» stark machen. Der 2021 gegründete Trägerverein des CWC mit Sitz in Luzern solle jedoch weiterhin für die Verwaltung der Finanzen zuständig bleiben.

Wofür das Geld gebraucht wird

Hierzulande könnten zum Beispiel der Frauenbund Schweiz oder katholische Frauengemeinschaften Pfarreien dazu ermuntern, eine solche Kollekte einzuführen, so Curau-Aepli. Frauengemeinschaften und andere Vereinigungen könnten zudem in ihren eigenen Feiern Kollekten zugunsten des Catholic Women’s Council durchführen.

Die Vorder- und die Rückseite des "Magdalena Cent"
Die Vorder- und die Rückseite des "Magdalena Cent"

Gebraucht wird das Geld für die Durchführung von digitalen und physischen Treffen. Auch der Einsatz von kompetenten Rednerinnen und Rednern, von Technikerinnen und Technikern, die Übersetzung durch Profis und der Einsatz von Kommunikationsfachleuten erfordert laut Mitteilung eine breitere finanzielle Basis.

Münze als «sichtbares Zeichen der Verbundenheit»

Der «Magdalena Cent» soll auch auf symbolischer Ebene eine Rolle spielen, und zwar als Münze, die – so das Communiqué – ein «sichtbares Zeichen der Verbundenheit von Frauen weltweit» darstellt.

In der Schweiz sei geplant, dass der Trägerverein die Münze im 3D-Druckverfahren aus Metall herstellen lässt, sagt Simone Curau-Aepli. Auf die Vorderseite der Münze soll ein Porträt von Maria Magdalena, der Namensträgerin, geprägt werden. Maria Magdalena zählt zu den Frauen, die Jesus nachfolgten, und ist laut dem Johannes-Evangelium als erste dem auferstandenen Jesus begegnet.

«Ich werde irgendwann eine solche Münze um den Hals tragen.»

Die Rückseite der Münze soll einen Leuchtturm zeigen und den Schriftzug «Catholic Women’s Council» inklusive Abkürzung. Magdala bedeutet laut Medienmitteilung «Turm». Maria von Magdala sei der urchristliche Leuchtturm, der beispielhaft zeige, dass berufene Frauen in der christlichen Geschichte «Licht und Orientierung für viele waren und es heute noch sind».

Die Münze soll ein Loch haben, so dass man sie auch als Amulett tragen könne, sagt Simone Curau-Aepli weiter. «Ich werde irgendwann eine solche Münze um den Hals tragen.»

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«Magdalena Cent»: Auf der Münze wird das Portrait von Maria Magdalena zu sehen sein. | © zVg
31. Mai 2026 | 17:00
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