Pater Lukas Schenker in der Gnadenkapelle des Klosters Mariastein.
Schweiz

Pater Lukas Schenker zum Anerkennungspreis: «Einer muss halt den Kopf hinhalten»

Die Regierung des Kantons Solothurn ehrt den Benediktinermönch Lukas Schenker (87) mit einem Anerkennungspreis. Damit würdigt sie seinen Einsatz für die Kantonsgeschichte. «An so etwas habe ich nie gedacht», sagt der Historiker, der im Kloster Mariastein lebt.

Barbara Ludwig

Der Solothurner Regierungsrat verleiht Pater Lukas Schenker einen Anerkennungspreis für sein langjähriges Wirken zugunsten der Geschichte des Kantons. Schenker war ab 2005 Mitglied der Fachkommission Solothurner Kantonsgeschichte, die die Dokumentierung der Kantonsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert fortsetzte.

Klosteranlage Mariastein.
Klosteranlage Mariastein.

«An so etwas habe ich nie gedacht», zeigt sich Lukas Schenker überrascht. Er verstehe diese Auszeichnung so, dass «alle meine Mitbrüder seit meinem Eintritt ins Kloster 1958 nach Matura und RS eingeschlossen sein sollten». Dem Kloster verdanke er Ausbildung, Einsatz und Arbeit. Und: «Ohne die Geduld der Mitbrüder mit mir hätte ich das, wofür jetzt ausgezeichnet werde, nicht leisten können», so der Benediktiner gegenüber kath.ch.

Historiker und gläubiger Christ

Er danke allen seinen Mitbrüdern, den bereits verstorbenen und den heute lebenden. «Der Anerkennungspreis soll damit – so will ich ihn verstehen – allen zugesprochen sein: einer muss halt den Kopf hinhalten. Ich tue es gerne für sie alle», so Schenker mit einem Schuss Humor.

Als Historiker sei er zur Objektivität und der kritischen Methode verpflichtet. Und als gläubiger Christ und Mönch dürfe er «hinter dem geschichtlichen Geschehen auch die Fügung und Vorsehung Gottes sehen».

Mehrere hundert Werke verfasst

Die Bibliographie des promovierten Historikers, erstellt 2015 von der Zentralbibliothek Solothurn, umfasst auf 115 Seiten mehrere hundert Werke, die er als Autor, Herausgeber und Mitherausgeber geschrieben oder mitverfasst hat, wie Mariano Tschuor kath.ch mitteilt. Tschuor engagiert sich als Leiter des Projekts «Aufbruch ins Weite – Mariastein 2025» für die Benediktinerabtei.

Das ehemalige Benediktinerkloster in Beinwil.
Das ehemalige Benediktinerkloster in Beinwil.

Zu den wichtigsten Werken von Schenker gehören die Geschichte der Anfänge des Klosters Beinwil um 1100, die Exilszeit des Mariasteiner Konventes (1875 – 1970) sowie die Mitherausgabe der Ökumenischen Kirchengeschichte der Schweiz (1994/1998) und die Geschichte der Schweizerischen Benediktinerkongregation (2002).

Beitrag zum Erhalt der Kulturgeschichte

Mit seiner Arbeit im Klosterarchiv Mariastein und mit zahlreichen historischen Publikationen zum Kloster, zur Bibliotheksgeschichte des Benediktinerordens und zum Orden selbst habe er sich um den Erhalt eines wichtigen Teils der Kulturgeschichte im Kanton verdient gemacht, teilte der Kanton Solothurn vergangene Woche mit.

Der Anerkennungspreis ist mit 10’000 Franken dotiert. Die Übergabefeier findet am Montag, 11. November, im Stadttheater Olten statt.

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Pater Lukas Schenker in der Gnadenkapelle des Klosters Mariastein. | © Barbara Ludwig
1. Oktober 2024 | 12:00
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