Papst Leo XIV. bei seinem Besuch der Aufnahmeeinrichtungen für Migranten am 11. Juni 2026 im Hafen von Arguineguín (Spanien).
Vatikan

Papstreise nach Südamerika nimmt Formen an

Uruguay, Argentinien und Peru dürfen sich im November wohl auf einen Besuch von Leo XIV. freuen. Bevor die Reise offiziell bestätigt werden kann, tritt der Vatikan-Botschafter in Buenos Aires sein Amt an.

Tobias Käufer

(KNA) Seit Wochen spekulieren südamerikanische Medien, doch Kardinal Daniel Sturla bittet noch um Geduld: «Wir müssen abwarten, bis der Heilige Stuhl die offizielle Bekanntgabe macht», sagte der Erzbischof der uruguayischen Hauptstadt Montevideo vor wenigen Tagen.

Offenes Geheimnis

Ein offenes Geheimnis ist, dass Papst Leo XIV. insgesamt drei südamerikanische Länder bereisen will: Uruguay, Argentinien und Peru. Auch der Zeitraum ist einigermassen bekannt – zwischen Anfang und Mitte November. Es soll um die Tage zwischen dem 5. und 15. November gehen, heisst es in südamerikanischen Medien.

Zuvor steht ein wichtiger Personalwechsel an. Diese Woche nimmt der neue Päpstliche Botschafter in Argentinien seine Arbeit auf. Es handelt sich um den US-amerikanischen Vatikan-Diplomaten Michael Banach, der Mitte Mai ernannt worden war. Argentinische Medien spekulieren, dass nach seinem Amtsantritt auch die Bekanntgabe der Südamerika-Reise des Papstes kommt.

Hommage an Franziskus

Leo XIV. wird wohl zuerst in Uruguay eintreffen, wo Besuche in drei Provinzen geplant sind. Von dort aus könnte es mit der Fähre «Papst Franziskus» über den Río de la Plata in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires gehen. Der Besuch gilt als Würdigung des im Mai 2025 gestorbenen Vorgängers von Leo XIV., der aus Buenos Aires stammte. Franziskus (2013-2025) hatte seine Heimat trotz wiederholter Spekulationen nicht mehr besucht.

Hausfassade mit einem grossem Bild von Papst Franziskus an einer Strassenkreuzung in Buenos Aires (Argentinien), 23. September 2023.
Hausfassade mit einem grossem Bild von Papst Franziskus an einer Strassenkreuzung in Buenos Aires (Argentinien), 23. September 2023.

Das Verhältnis zwischen dem damaligen Papst und dem libertären argentinischen Präsidenten Javier Milei galt als inhaltlich angespannt und kontrovers. Milei versucht, das Land mit marktliberalen Reformen wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen, während die argentinische Kirche fordert, die Armen nicht zu vergessen.

In die zweite Heimat

In Peru wartet auf Leo XIV. eine emotionale Wiederbegegnung mit seiner Vergangenheit. Leo XIV. gehörte einst selbst der Peruanischen Bischofskonferenz an und war auch ihr Vize-Vorsitzender. Von 2015 bis 2023 leitete Robert Francis Prevost, wie der jetzige Papst mit bürgerlichem Namen heisst, das Bistum Chiclayo.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Zuvor arbeitete der gebürtige US-Amerikaner viele Jahre als Ordensmann der Augustiner in Peru. Er besitzt die peruanische Staatsangehörigkeit. In seinem heutigen Alltag als Papst unterstützen ihn ein Privatsekretär und eine Köchin aus Peru. Die neugewählte peruanische Präsidentin Keiko Fujimori traf sich diese Woche mit den katholischen Bischöfen des Landes, um über die anstehende Reise zu sprechen. «Wir werden für einen erfolgreichen Besuch von Papst Leo XIV. sorgen», erklärte Fujimori anschliessend.


Papst Leo XIV. bei seinem Besuch der Aufnahmeeinrichtungen für Migranten am 11. Juni 2026 im Hafen von Arguineguín (Spanien). | © KNA
26. Juli 2026 | 15:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!