Papstbesuch von Nicaraguas Bischöfen verschoben – Zu viele im Exil
Nicaraguas Bischofskonferenz verfügt über neun Bischöfe, vier von ihnen sind allerdings ausser Landes. Die sandinistische Regierung arbeitet seit Jahren gegen die Kirche. Das hat jetzt auch Folgen für einen Besuch in Rom.
Sabine Kleyboldt (CIC)
Der Vatikan hat den turnusgemässen Besuch der Bischöfe von Nicaragua bei Papst Leo XIV. auf das kommende Jahr verschoben. Die Voraussetzungen für den sogenannten Ad-Limina-Besuch seien nicht gegeben, berichtete der katholische Nachrichtendienst Sir am Montag in Rom.
Demnach hatte der Vorsitzende der Nicaraguanischen Bischofskonferenz, Carlos Enrique Herrera, den Vorgang gegenüber EWTN News Español bestätigt. Genau wie drei seiner acht Amtsbrüder befindet sich der Bischof von Jinotega im Exil. Herrera lebt seit zwei Jahren in Rom, nachdem er aus seiner Heimat ausgewiesen worden war.
Wiedereinreise in Gefahr?
Auch der Weihbischof des Hauptstadtbistums Managua, Silvio Báez, sowie Bischof Isidoro Mora von Siuna und Rolando Álvarez, Bischof von Matagalpa und Apostolischer Administrator von Estelí, leben ausserhalb Nicaraguas.
Zudem besteht laut Sir die Sorge, dass Nicaraguas Behörden den Bischöfen die Wiedereinreise in ihr Land nach dem Ad-Limina-Besuch in Rom verweigern könnten. Ein konkreter Termin für das Treffen im kommenden Jahr steht noch nicht fest, hiess es. Die Bischofskonferenzen aller Länder sind gehalten, alle paar Jahre den Papst in Rom zu besuchen, um mit ihm aktuelle Entwicklungen und Probleme zu besprechen.
Heiliger Stuhl in Sorge um Nicaragua
Die katholische Kirche in Nicaragua sieht sich seit Jahren politischer Verfolgung und Repression ausgesetzt. Darauf hatte auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen Ende September in New York hingewiesen.
«Der Heilige Stuhl verfolgt die Lage in Nicaragua mit besonderer Sorge und bekräftigt erneut seinen ständigen Aufruf, im Interesse der Bevölkerung und der Kirche in diesem Land den Weg eines respektvollen und konstruktiven Dialogs mit den Behörden des Landes einzuschlagen», sagte er während seiner langen Zusammenschau weltweiter Krisen.
Die linksgerichtete Regierung des sandinistischen Präsidentenpaars Daniel Ortega und Rosario Murillo geht seit Jahren gegen kirchliche Vertreter und deren Institutionen vor. Zudem entzogen die Behörden Tausenden Nichtregierungsorganisationen die rechtliche Grundlage.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




