Vatikan

Papst zum Weltjugendtag: Liebe darf nicht auf Sex reduziert werden!

Rom, 17.2.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat die Jugendlichen zum Widerstand gegen eine «Banalisierung der Liebe» aufgerufen. Liebe dürfe nicht «allein auf den sexuellen Aspekt» reduziert werden, heißt es in der päpstlichen Botschaft zum Weltjugendtag 2016 in Krakau, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Wenn der Andere als «bloßes Lustobjekt» gelte, werde die Liebe «verfälscht, zerstört oder verdorben». Dies sei eine Instrumentalisierung für die «eigenen egoistischen Interessen», so Franziskus. Zur Liebe gehöre auch Schönheit, Gemeinschaft, Treue und Verantwortung. Jugendliche dürften keine Angst vor der wahren Liebe haben, die langmütig und gütig sei.
Franziskus fordert die Jugendlichen auf, gegen die «Kultur des Provisorischen zu rebellieren». Diese lehre, dass der Genuss des Augenblicks das Wichtigste sei und endgültige Entscheidungen nicht der Mühe wert seien, erklärte der Papst. Er fährt fort: «Ich hingegen bitte euch, Revolutionäre zu sein, ich bitte euch gegen den Strom zu schwimmen». Franziskus verwies darauf, dass die «Kultur des Provisorischen» letztlich die Jugendlichen selbst nicht ernst nehme. Sie spreche ihnen die Fähigkeit ab, Verantwortung zu übernehmen.

Gegen das «Verlangen nach Vergnügen um jeden Preis»

Der 30. Weltjugendtag findet vom 26. bis 31. Juli im polnischen Krakau statt. Die Großveranstaltung steht unter dem biblischen Leitwort: «Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen». Es stammt aus der Bergpredigt Jesu.

Weiter ruft der Papst die Jugendlichen in seiner Botschaft auf, sich nicht von «falschen weltlichen Versprechungen» blenden zu lassen und ganz auf Jesus Christus zu setzen. Nur er könne ihre Erwartungen befriedigen. Ein glückliches Leben könnten sie nur führen, wenn sie die Beziehung zu Gott nicht abbrächen. Andernfalls verlören sie ihren «inneren Kompass» und erlägen den Verlockungen der Macht und dem «Verlangen nach Vergnügen um jeden Preise».

Sex | © flickr/Rupert Ganzer
17. Februar 2015 | 15:35
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