Papst Leo XIV. grüßt Ordensfrauen am 21. April 2026 auf seinem Weg zum Präsidentenpalast in Malabo (Äquatorialguinea).
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Papst ruft zu politischen Veränderungen in Afrika auf

Vorletzter Tag der langen Reise des Papstes durch vier afrikanische Länder. Im katholischen Äquatorialguinea absolviert Leo XIV. besonders viele Termine. Seine Aussagen reichen über das kleine Land hinaus.

(CIC) Am vorletzten Tag seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. die Christen in Äquatorialguinea zum aktiven Einsatz für politische und soziale Veränderungen aufgerufen. Zudem äusserte er sich positiv über die Arbeit der christlichen Missionare in früheren Jahrhunderten.

Bei einem Gottesdienst am Mittwoch in der Basilika von Mongomo im äussersten Osten des Landes sagte Leo XIV., er danke Gott für 170 Jahre Evangelisierung. Er erinnerte an die Missionare, Missionarinnen, Diözesanpriester, Katecheten und Laien, die ihr Leben in den Dienst der christlichen Botschaft gestellt hätten. Sie hätten «die Erwartungen, Fragen und Wunden eures Volkes erfasst, sie mit dem Wort des Herrn erhellt und sind so zu einem Zeichen der Liebe Gottes in eurer Mitte geworden». Diese Geschichte sollten die heutigen Christen nicht vergessen.

Das Werk der Missionare fortsetzen

Heute seien sie aufgerufen, den Weg der Missionare fortzusetzen und aktiv an der Entwicklung des Landes mitzuwirken, betonte der Papst. Es gebe einen «Hunger nach Zukunft, die von Hoffnung erfüllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Früchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann».

Den Menschen in dem seit Jahrzehnten dikatorisch regierten Land rief der Papst zu: «Die Zukunft Äquatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit. Sie ist eurem Verantwortungsgefühl und eurem gemeinsamen Einsatz für den Schutz des Lebens und der Würde jedes Menschen anvertraut.»

Für Gerechtigkeit und Freiheit

Sie sollten sich dafür einsetzen, das die Bodenschätze und natürlichen Reichtümer des Landes allen zugute kommen. «Der Herr helfe euch, dass ihr immer mehr zu einer Gesellschaft werdet, welche die Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten überwindet, indem jeder sich gemäss der ihm übertragenen Verantwortung für das Gemeinwohl einsetzt und nicht für Einzelinteressen. Mögen Räume der Freiheit wachsen, möge die Würde des Menschen stets gewahrt bleiben!»

Das einzige spanischsprachige Land Afrikas wurde im 19. Jahrhundert vor allem durch Missionare des aus Katalonien stammenden Claretiner-Ordens missioniert. Unter der besonders grausamen Diktatur von Francisco Macías Nguema (1968-1979) war die katholische Kirche zeitweise verboten, viele Missionare mussten das Land verlassen. Heute zählt der zentralafrikanische Staat mit rund 80 Prozent Katholiken zu den katholischsten Ländern des Kontintinents.

100.000 Menschen in zweitgrösster Kirche Afrikas

Den Gottesdienst in der zweitgrössten Kirche Afrikas verfolgten rund 100.000 Menschen innerhalb und ausserhalb des Gotteshauses. Sie feierten mit Tänzen, Gesängen und lautstarken Beifallsbekundungen. Auch der seit 1979 ununterbrochen herrschende Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo sowie sein Sohn Teodorin, derzeit Vizepräsident und designierter Nachfolger, nahmen an dem Gottesdienst teil.


Papst Leo XIV. grüßt Ordensfrauen am 21. April 2026 auf seinem Weg zum Präsidentenpalast in Malabo (Äquatorialguinea). | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
22. April 2026 | 13:27
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