Notunterkunft für Flüchtlinge | © zVg Heilsarmee
Vatikan
Notunterkunft für Flüchtlinge | © zVg Heilsarmee

Papst: Migranten auch in entvölkerten Regionen ansiedeln

Rom, 9.8.19 (kath.ch) Die Herausforderungen durch die Migration nach Europa sind nach Aussage von Papst Franziskus nur gemeinsam und im Dialog zu lösen. Dazu müssten aber Häfen offen bleiben und dürften nicht geschlossen werden, sagte das Kirchenoberhaupt.

In einem Interview mit der Turiner Zeitung «La Stampa» (Freitag) hielt Papst Franziskus fest, oberster Wert sei das Recht auf Leben, das «niemals vernachlässigt» werden dürfe.

Zur Verteilung und Integration von Migranten in Europa verwies Franziskus unter anderem auf Länder, in denen ländliche Regionen teils unter erheblichem Bevölkerungsschwund litten. Dort könnten Gruppen von Migranten angesiedelt werden, die diese Gegenden wiederbelebten. Er habe von sehr positiven Beispielen dieser Art gehört. Zudem würden in der Landwirtschaft vielerorts dringend Arbeitskräfte gesucht.

Friedensbemühungen verstärken

Um die Flucht aus Kriegsgründen zu beenden, müssten Friedensbemühungen verstärkt werden. Gegen die Migration aus Gründen von Armut und Hunger, insbesondere aus Afrika, brauche es dort Investitionen, um den Menschen zu helfen, ihre Probleme selbst zu lösen, forderte der Papst.

Aufnehmen, begleiten, fördern, integrieren

Im Übrigen erinnerte Franziskus an die vier von ihm oft genannten Handlungsmaximen im Umgang mit Migranten. Diese sollten aufgenommen, begleitet, gefördert und integriert werden. Dabei müsse die nationale wie die europäische Politik mit Klugheit und Besonnenheit vorgehen. «Wer regiert, ist aufgefordert, genau zu überlegen, wie viele Migranten er aufnehmen kann», mahnte der Papst.

Auf jüngste Debatten wie etwa in Italien über das am Montag vom Parlament verschärfte Sicherheitsgesetz, das drakonische Strafen für Rettungsschiffe vorsieht, die italienische Häfen ansteuern, ging Franziskus nicht ein. Die Verschärfung war von Kirchenvertretern und Nichtregierungsorganisationen wie auch dem UNHCR kritisiert worden. Auch Staatspräsident Sergio Matterella, der das Gesetz am Donnerstag unterzeichnete, forderte das Parlament zu Nachbesserungen auf. (cic)

 

 

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