Papst Leo XIV. spricht mit einem Kind bei seinem Besuch im Kindergarten "Notre Dame d'Afrique", der von den Missionarinnen der Nächstenliebe geleitet wird, am 15. April 2026 in Algier (Algerien).
Vatikan

Papst Leo XIV. setzt in Afrika seine Friedenspredigten fort

Seit US-Präsident Trump die Worte des Papstes gegen den Krieg scharf kritisiert hat, sind dessen Friedenspredigten populärer denn je. Das gilt auch für seine leidenschaftlichen Ansprachen in Kamerun.

Ludwig Ring-Eifel

(CIC) Mit scharfen Anklagen gegen die Kriegsherren der Welt hat Papst Leo XIV. seine Afrikareise fortgesetzt. In der seit Jahren von gewaltsamen Konflikten heimgesuchten Nordwest-Region Kameruns sagte der Papst in Kamerun: «Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!»

Der Papst sprach bei einem interreligiösen Friedenstreffen in der Regionalhauptstadt Bamenda, die seit 2016 immer wieder Schauplatz blutiger ethnischer und regionaler Konflikte war. Nach UN-Angaben kamen dabei Tausende ums Leben.

Blutiger Kampf der Separatisten

Bei dem Konflikt geht es vor allem um separatistische Absetzungsbewegungen der englischsprachigen Provinzen von dem überwiegend französischsprachigen Kamerun. Für die Dauer des Papstbesuchs in Kamerun hatten die Separatisten eine mehrtägige Waffenruhe verkündet. Bei dem Friedenstreffen sprachen ausser dem Papst auch ein traditioneller Stammesführer sowie Vertreter des Islams und anderer Konfessionen.

Willkommenszeremonie mit militärischen Ehren für Papst Leo XIV. am 15. April 2026 auf dem Flughafen in Yaoundé (Kamerun).
Willkommenszeremonie mit militärischen Ehren für Papst Leo XIV. am 15. April 2026 auf dem Flughafen in Yaoundé (Kamerun).

Der Papst dankte in seiner auf Englisch vorgetragenen Rede den lokalen religiösen Führern für ihre Friedensbemühungen und ihre Versuche, zwischen den gegnerischen Parteien zu vermitteln. Ausdrücklich dankte er den Frauen, die sich um die Opfer der Gewalt kümmerten.

Scharfe Worte und viel Applaus

Scharfe Worte richtete er in seiner mehrfach von Applaus unterbrochenen Rede an die Kriegsparteien. «Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen», sagte er. «Sie tun so, als sähen sie nicht, dass Milliarden von Dollars verbraucht werden, um zu töten und zu verwüsten, dass man jedoch nicht die Mittel findet, um zu heilen, zu erziehen und wiederaufzurichten.»

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Weiter erklärte der Papst: «Wer euer Land seiner Ressourcen beraubt, investiert in der Regel einen Großteil der Gewinne in Waffen, in eine Spirale der Destabilisierung und endlosen Sterbens. Es ist eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes.» Jeder aufrichtige Mensch müsse dies anprangern. «Die Welt wird von wenigen Herrschenden zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!»

«Wir wollen Gott danken, dass diese Krise nicht zu einem Religionskrieg ausgeartet ist und dass wir weiter danach streben, einander zu lieben!»

Unter Verweis auf Worte seines Vorgängers Franziskus (2013-2025) betonte der Papst: «Wir sind eine einzige Familie und bewohnen dasselbe Haus, diesen wunderbaren Planeten, um den sich die alten Kulturen über Jahrtausende gekümmert haben.» Er endete mit den Worten: «Wir wollen Gott danken, dass diese Krise nicht zu einem Religionskrieg ausgeartet ist und dass wir weiter danach streben, einander zu lieben! Machen wir unermüdlich und mutig weiter – und vor allem gemeinsam, immer gemeinsam!»


Papst Leo XIV. spricht mit einem Kind bei seinem Besuch im Kindergarten «Notre Dame d'Afrique», der von den Missionarinnen der Nächstenliebe geleitet wird, am 15. April 2026 in Algier (Algerien). | © KNA
17. April 2026 | 07:00
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