Fronleichnamsprozession mit Papst Leo XIV. am 22. Juni 2025 in Rom (Italien). Der Pontifex trägt die Monstranz.
Vatikan

Papst Leo hebt Bistums-Reform von Franziskus auf

Papst Franziskus hatte das Bistum Rom neu eingeteilt. Dies macht nun Papst Leo XIV. mit einem Papsterlass wieder rückgängig. Er ordnet das Bistum ganz anders. Es geht um Symbole und mehr.

(CIC) Papst Leo XIV. hat die von seinem Vorgänger Franziskus durchgesetzte Neuaufteilung des Bistums Rom rückgängig gemacht. Er tat dies in einem am Mittwoch vom vatikanischen Presseamt veröffentlichten Papsterlass mit dem Titel «Immota manet» (deutsch: Unverändert bleibt). Es ist auf den 11. November 2025 datiert.

Der Papst ist Oberhaupt der katholischen Kirche weltweit und Bischof von Rom.

Neu-alter Seelsorge-Bereich im Zentrum Roms

Mit diesem Schreiben im Rang eines «Motu proprio» führt Papst Leo XIV. den von Franziskus vor rund einem Jahr aufgelösten Seelsorge-Bereich des römischen Stadtzentrums wieder ein. Zu ihm gehört vor allem die historische Altstadt mit einer weltweit einmaligen Konzentration von Kirchen, Klöstern und sonstigen kirchlichen Einrichtungen.

Der Vorgänger hatte aus kirchenpolitisch-symbolischen Gründen den Bereich Zentrum, in dem auch die meisten römischen Geistlichen angesiedelt sind, aufgelöst und den vier Randbezirken der Stadt zugeschlagen.

Leo sieht es anders als Franziskus

In dem nur wenige Sätze umfassenden Schreiben erklärt der Papst, die von seinem Vorgänger angeführten Gründe für dessen Gebietsreform blieben weiter bestehen. Doch sei gerade im laufenden Heiligen Jahr deutlich geworden, dass das städtische Zentrum Roms eine homogene Einheit sei. Daher ordne er an, dass der Stadtkern wieder ein eigener Bezirk des Bistums sein solle. Die Zahl der Seelsorge-Bereiche erhöht sich damit wieder auf fünf: einer im Zentrum und vier Aussenbezirke.

Franziskus’ Entscheid stiess auf heftige Kritik

Die von Papst Franziskus am 4. Oktober 2024 mit dem Motu proprio «La vera bellezza» (Die wahre Schönheit) angeordnete Zerschlagung des Zentrums im Bistum Rom war seinerzeit auf heftige Kritik im Klerus gestossen und wurde nur widerwillig und halbherzig umgesetzt.

Franziskus hatte damals erklärt, er wolle das römische Zentrum, das zu einem lebendigen Museum zu werden drohe, enger mit den Rändern der Stadt verbinden. Dort leben in der 3-Millionen-Metropole die meisten Menschen, es sind aber nur relativ wenige Seelsorger und Kirchen dort zu finden.

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Fronleichnamsprozession mit Papst Leo XIV. am 22. Juni 2025 in Rom (Italien). Der Pontifex trägt die Monstranz. | © KNA
27. November 2025 | 14:00
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