Papst Franziskus kritisiert die Ausplünderung Afrikas
Wenige Wochen vor seiner Reise nach Afrika kritisiert Papst Franziskus die Ausbeutung des Kontinents. «Die Vorstellung, dass Afrika existiert, um ausgebeutet zu werden, ist das grösste Unrecht, das es gibt», sagt er in einem Interview. Franziskus wirbt dafür, sich vom geistigen Reichtum der Afrikaner inspirieren zu lassen.
Wenige Wochen vor Beginn seiner Afrika-Reise hat Papst Franziskus eine seit der Sklavenzeit anhaltende Ausbeutung des Kontinents kritisiert. «Die Vorstellung, dass Afrika existiert, um ausgebeutet zu werden, ist das grösste Unrecht, das es gibt», sagte er im Interview der spanischen Zeitschrift «Mundo Negro» (Januar-Ausgabe). Diese Haltung sei «im kollektiven Unterbewusstsein vieler Menschen verankert und muss geändert werden».
Interne Konflikte in den beiden Ländern
Vom 3. bis 5. Februar will Franziskus eine schön länger zugesagte Reise in den Südsudan nachholen. Begleitet wird er dort vom Ehrenoberhaupt der Anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, und dem Moderator der Generalversammlung der presbyterianischen Kirche von Schottland, Iain Greenshields.
Zuvor besucht das Oberhaupt der katholischen Kirche die Demokratische Republik Kongo. Beide Länder sind gezeichnet von internen Konflikten. Bürgerkriege und Kämpfe zwischen Armeen und Rebellengruppen forderten in den vergangenen Jahren Tausende Opfer.
Geistiger Reichtum der Afrikaner
Im Gespräch mit der von Comboni-Missionaren geleiteten Zeitschrift «Mundo Negro» warf der Papst den führenden Weltmächten vor, in erster Linie den materiellen Reichtum Afrikas plündern zu wollen. Er warb dafür, sich stattdessen vom geistigen Reichtum der Afrikaner inspirieren zu lassen. Dafür sei es notwendig, auf die Menschen zuzugehen.
Migranten aufnehmen und fördern
Die Europäische Union etwa tue zu wenig, um afrikanische Migranten aufzunehmen und zu integrieren. Länder an den EU-Aussengrenzen wie Griechenland, Zypern, Italien, Spanien und Malta würden bei der Bewältigung der Migrationsströme im Stich gelassen. Franziskus sprach in diesem Zusammenhang von einer «grossen europäischen Ungerechtigkeit».
Zugleich bezeichnete er es als «Verbrechen», Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft durch Stacheldrahtzäune zu stoppen. «Migranten müssen aufgenommen, begleitet, gefördert und integriert werden», insistierte der Papst. (kna)
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