Homosexualität | © pixabay.com CC0 geralt
Vatikan
Homosexualität | © pixabay.com CC0 geralt

Papst Franziskus für strengeren Umgang mit Homosexualität bei Geistlichen

Rom, 1.12.18 (kath.ch) Der Papst hat Versäumnisse im Umgang mit Homosexualität in der Priesterausbildung eingeräumt. Dass es in der katholischen Kirche homosexuelle Priester und Ordensleute gebe, sehe er mit Sorge, «weil man damit an einem bestimmten Punkt vielleicht nicht gut umgegangen ist», sagte er in einem Interview.

Priesterseminare und Orden müssten Kandidaten strenger auf homosexuelle Neigungen prüfen, so der Papst. Wenn bei Kandidaten für geistliche Berufe keine sorgfältige Prüfung der affektiven Reife und der sexuellen Ausrichtung erfolge, gebe es später Probleme. Der Beitrag des Papstes stammt aus einem Interviewband des spanischen Theologen Fernando Prado, dessen Text am Freitag vorab veröffentlicht wurde. Der Band mit dem Titel «Die Kraft der Berufung» erscheint Montag.

«Wir müssen strikt sein»

Homosexualität sei ein «sehr ernstes» Thema. «Wir müssen strikt sein. In unseren Gesellschaften scheint Homosexualität geradezu eine Mode zu sein, und dieses Denken beeinflusst in gewisser Weise auch das Leben der Kirche», sagte Franziskus.

Als Beispiel schilderte der Papst ein Gespräch mit einem Ordensgeistlichen, der bei einer Visitation in seiner Gemeinschaft auf homosexuelle Studenten und Ordensmitglieder getroffen sei. Letztlich, habe dieser gesagt, sei das nicht so schlimm und nur ein Ausdruck von Zuneigung. «Das ist ein Irrtum», so der Papst.

Kein Platz für «solche Art von Zuneigung»

«Im Ordens- und Priesterleben gibt es keinen Platz für eine solche Art von Zuneigung», sagte Franziskus. Nach kirchlicher Weisung dürften Personen «mit dieser tiefsitzenden Tendenz» nicht zur Weihe oder zu Ordensgelübden zugelassen werden. «Das Weiheamt oder das geweihte Leben sind nicht ihr Platz», so der Papst.

Homosexuelle Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen müssten dazu angehalten werden, «den Zölibat umfassend zu leben» und mit ihrer Sexualität «voll verantwortlich» umzugehen. Es sei besser, «dass sie das Priesteramt oder das Ordensleben aufgeben, als ein Doppelleben zu führen», sagte der Papst. (cic)

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