Messe mit Paul Hinder, Administrator des apostolischen Vikariats von Nordarabien, und Papst Franziskus in Bahrain.
Vatikan

Papst Franziskus dankt Bischof Paul Hinder: «Dialog ist der Sauerstoff des Friedens»

Viele katholisch geprägte Länder würden sich über einen Papst-Besuch freuen. Warum ist Papst Franziskus ausgerechnet ins muslimisch geprägte Bahrain gereist? Es gehe um die Geschwisterlichkeit zwischen Christen und Muslimen, sagt Franziskus: «Dialog ist der Sauerstoff des Friedens.»

Papst Franziskus hat seine Reise in das Königreich Bahrain in der vergangenen Woche gerechtfertigt. «Natürlich kann man sich fragen, warum wollte der Papst dieses kleine Land mit einer grossen muslimischen Mehrheit besuchen», sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Insbesondere, da es so viele andere katholisch geprägte Länder zu besuchen gebe.

Krieg in der Ukraine «wahnsinnig»

Seine erste Reise nach Bahrain sei aber keine «isolierte Aktion» gewesen, sondern weiterer Schritt eines von Papst Johannes Paul II. begonnenen Weges des Dialogs und der Geschwisterlichkeit zwischen Christen und Muslimen. «Dialog ist der Sauerstoff des Friedens», betonte Franziskus. Die grossen Herausforderungen könnten nur gemeinsam gelöst werden.

 «Ich denke an den wahnsinnigen Krieg, den wahnsinnigen Krieg, den die Ukraine erleidet», so Franziskus. Und an viele andere Kriege und Konflikte, die nicht durch den «infantilen Einsatz von Waffen» gelöst würden, etwa in Syrien, dem Jemen oder Myanmar. «Die Kriege zerstören die Menschheit, sie zerstören alles», so der Papst.

Dank an das Vorbereitungs-Team

Für den Dialog brauche es die Begegnung. Auf seiner Reise habe es viele wichtige Begegnungen gegeben. Etwa mit seinem «lieben Bruder», dem Kairoer Grossimam Ahmed al-Tayyeb. Aber auch zwischen Christinnen und Christen habe es in Bahrain Begegnung und Dialog gegeben. Das erste Treffen war ein ökumenisches Friedensgebet. Denn die Geschwisterlichkeit müsse gesucht und gelebt werden. Von der eigenen Identität ausgehend sollten sich alle öffnen und seinen Horizont erweitern.

Einen besonderen Dank richtete der Papst an das Team rund um die Vorbereitung und Durchführung der Reise. Zu den Gastgebern gehört auch der Schweizer Kapuziner-Bischof Paul Hinder, der Apostolischer Administrator des Vikariats Nördliches Arabien ist, zu dem Bahrain gehört. Es werde sehr viel und hart gearbeitet, um eine solche Begegnung zu ermöglichen.

Eine Einladung des Königs

Vom 3. bis 6. November hatte das Kirchenoberhaupt das Königreich am Persischen Golf besucht. Anlass für die 39. Auslandsreise des Papstes war das unter der Schirmherrschaft von König Hamad bin Isa Al Chalifa stattfindende «Bahrain Forum for Dialogue». (cic)


Messe mit Paul Hinder, Administrator des apostolischen Vikariats von Nordarabien, und Papst Franziskus in Bahrain. | © KNA
9. November 2022 | 10:59
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!