Schweizer Sternsinger bei Papst Franziskus
Vatikan

Papst fordert von WEF-Teilnehmern Kampf gegen Armut und für eine gerechte Wirtschaftspolitik

Papst Franziskus ruft zu einer Wirtschaftspolitik zum Wohle aller Menschen auf. Die Welt sei zunehmend von Gewalt und Zersplitterung bedroht, schreibt Franziskus in einer Grussbotschaft an das Weltwirtschaftsforum in Davos. Der Heilige Vater hat Wirtschaft und Politik zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die weltweit verbreitete Armut aufgefordert. Argentiniens Präsident Javier Milei huldigte am WEF derweil dem Kapitalismus.

Das Oberhaupt von mehr als 1,4 Milliarden Katholiken mahnte jüngst in einem Schreiben an die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos, die Welt sei «zunehmend von Gewalt, Aggression und Zersplitterung bedroht». Zum «Gemeinwohl unserer Menschheitsfamilie» müssten sich Unternehmen und Staaten gemeinsam für weitsichtige und ethisch vertretbare Modelle der Globalisierung einsetzen. Insbesondere die Belange von Armen und Bedürftigen müssten beachtet werden.

Hunger eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten

Zu den schlimmsten Ungerechtigkeiten heutzutage gehöre der Hunger, heisst es in dem Schreiben des Papstes weiter. «Der Hunger sucht nach wie vor ganze Regionen der Welt heim, während andere durch übermässige Verschwendung von Lebensmitteln gekennzeichnet sind», kritisierte Franziskus.

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«Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bereichert weiterhin einige wenige. Dagegen werden ganze Bevölkerungsgruppen, die die natürlichen Nutzniesser dieser Ressourcen wären, in einem Zustand von Armut belassen.» An dem Wirtschaftsforum in Graubünden nehmen Unternehmer und Politiker aus aller Welt teil.

Argentiniens Präsident huldigte am WEF dem Kapitalismus

Argentiniens ultraliberaler Präsident Javier Milei hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für freie Marktwirtschaft und Kapitalismus geworben. «Der Kapitalismus ist das einzige System, das die Armut in der Welt beenden kann», sagte der Staatschef am Mittwoch in dem Schweizer Skiort. «Der Sozialismus führt immer zu einem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Niedergang.»

Der Präsident Argentiniens, Javier Milei
Der Präsident Argentiniens, Javier Milei

Der Wirtschaftswissenschaftler Milei trat Mitte Dezember sein Amt an und leitete sofort eine Reihe von Reformen ein. Unter anderem will er das Arbeits- und Mietrecht liberalisieren, Staatsbetriebe privatisieren und die Zentralbank abschaffen. Da er über keine eigene Mehrheit im Parlament verfügt, stecken die Reformen derzeit allerdings im Kongress fest. (sda/kna)


Schweizer Sternsinger bei Papst Franziskus | © Stefano Dal Pozzolo / Agentur Romano Siciliani / Kindermissionswerk
18. Januar 2024 | 09:00
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