Papst Franziskus  | © Oliver Sittel
Vatikan
Papst Franziskus | © Oliver Sittel

Papst an Sozialbewegungen: Keine Religion ist terroristisch

Rom, 17.2.17 (kath.ch) Papst Franziskus hat betont, dass Religion niemals terroristisch sei. «Ich spüre, es ist wichtig das noch einmal zu sagen: Kein Volk ist als solches kriminell und keine Religion ist terroristisch», schrieb er in einer Botschaft an das in Kalifornien tagende Treffen der Welt-Sozialbewegungen. Es gebe weder christlichen, noch jüdischen, noch muslimischen Terrorismus, so der Papst in dem am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Schreiben an die Teilnehmer des Treffens im kalifornischen Modesto.

Die am Donnerstag begonnene, viertägige Regionalkonferenz soll die bei den Welttreffen erarbeiten Ziele lokal umsetzen. Das letzte Welttreffen war im Beisein des Papstes im Vatikan.

Fundamentalisten und gewalttätige Menschen gebe es «in allen Völkern und Religionen», so Franziskus weiter. «Mit intoleranten Verallgemeinerungen werden diese nur noch stärker, weil sie sich von Hass und Fremdenfeindlichkeit ernähren». Es gelte, dem Liebe entgegenzusetzen. «So fördern wir den Frieden.»

Moralische Blindheit

Die globalisierte Gesellschaft tue bei vielen Problemen unschuldig und schaue weg, leide an «moralischer Blindheit», heisst es in dem Papstschreiben. Dabei seien Arbeitslosigkeit, Gewalt, Korruption und eine Identitätskrise real. «Die Demontage von Demokratien ist real.» Wenn sich das nicht mehr übersehen lasse, dann würden Ängste und Unsicherheit geschürt, um die Verantwortung für all das einem «Nicht-Nächsten» zuzuschieben.

Zugleich betont Franziskus in dem Text, er beziehe sich hier nicht auf etwas oder jemand bestimmten, sondern auf einen gesellschaftlichen und politischen Prozess, der an vielen Teilen der Welt zu beobachten sei und eine «grosse Gefahr für die Menschheit» darstelle.

Dehumanisierung der Welt

Einmal im Gang, sei der Prozess der «Dehumanisierung der Welt» schwer umzukehren, forderte Franziskus Christen und alle Menschen guten Willens dringend zum Handeln auf. «Ich spreche von einem System, das der Menschheitsfamilie enormes Leiden bereitet, das sowohl die Würde der Menschen als auch unser gemeinsames Haus angreift, um die unsichtbare Tyrannei des Geldes zu erhalten, das nur die Privilegien einiger weniger garantiert». Real sei vor allem die ökologische Krise, betonte der Papst zum Abschluss. «Die Zeit läuft uns davon.» (cic)

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