Papst: Altsein heisst nicht «Die Ruder einziehen»

Rom, 11.3.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat eine mangelnde Wertschätzung des Alters kritisiert. Die heutige Gesellschaft sei «moralisch und geistlich» nicht in der Lage, diesem Lebensabschnitt «seinen vollen Wert beizumessen», sagte der Papst am Mittwoch, 11. März, bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Demgegenüber müsse deutlich werden, dass auch das Alter eine Gnade und Berufung Gottes sei und nicht die Zeit, «die Ruder einzuziehen». Er beklagte zugleich, eine unzureichende Berücksichtigung alter Menschen in der christlichen Spiritualität. Diese müsse erst noch lernen damit umzugehen, dass alte Menschen heute viel mehr freie Zeit zur Verfügung hätten als früher. Nötig sei dazu eine eigene «Spiritualität für alte Menschen».

«Weisheits-Spritze» für überbeschäftigte Gesellschaft

Das Gebet der alten Menschen sei ein «grosses Geschenk für die Kirche» und eine «Weisheits-Spritze» für die gesamte oft zu beschäftigte Gesellschaft, sagte der Papst weiter. Franziskus verwies auf das Vorbild von Benedikt XVI.: «Schauen wir auf Benedikt XVI., der sich entschieden hat, seinen letzten Lebensabschnitt im Gebet und im Hören auf Gott zu verbringen. Wie schön ist das.»

Weiter sagte der Papst, alte Menschen könnten ein Vorbild für die junge Generation sein. Sie könnten diese lehren, dass Geben mehr Freude bereitet als das Nehmen und nicht zu selbstverliebt zu sein. Ferner könnten sie sich für die Belange der jungen Leute einsetzen. (cic)

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