«Vollgeld-Initiative» wirbt mit Papst | © screenshot Tele Bärn
Schweiz
«Vollgeld-Initiative» wirbt mit Papst | © screenshot Tele Bärn

Nuntius interveniert wegen «Vollgeld-Initiative» im Vatikan

Bern, 13.5.18 (kath.ch) Die «Vollgeld-Initiative», über welche das Volk am 10. Juni abstimmt, wird Thema im Vatikan. Die Initianten werben mit einem Porträt von Papst Franziskus für ihr Anliegen. Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Thomas E. Gullickson, will überprüfen, ob sie die Genehmigung für die Bildbenützung eingeholt haben.

Gegenüber dem Sender «Tele Bärn» erklärte der Nuntius am Samstag, er habe bisher nichts von einem entsprechenden Faltblatt gewusst. Die Initianten des Volksbegehrens hätten die Nuntiatur nicht kontaktiert. Das Bild von Papst Franziskus erscheint in einem Werbefaltblatt der Initiative in grossem Format.

Zudem wird der Papst mit dem Satz zitiert: «Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen.» Das Faltblatt verweist auf das Apostolische Schreiben «Evangelii Gaudium». In diesem habe der Papst die «Herrschaft des Geldes» kritisiert und «damit eine gute Begründung für die Vollgeld-Initiative» geliefert. In einem Kampagnen-Video heisst es, «der Papst würde wohl die Vollgeld-Initiative annehmen».

Er werde mit einer Anfrage in Rom überprüfen, ob die Hersteller des Faltblatts die Genehmigung hatten, das Bild des Papstes zu benützen, sagte Erzbischof Gullickson gegenüber «Tele Bärn». Die Initianten haben die Aktion nicht abgesprochen, erklärten diese gegenüber dem Sender.

«Echtes Geld»

Die «Vollgeld-Initiative» will, dass künftig nur die Nationalbank elektronisches Buchgeld herstellt. Andere Banken dürften kein eigenes Geld mehr erzeugen, sondern nur noch Geld verleihen, das sie von Sparern, anderen Banken oder der Nationalbank zur Verfügung gestellt bekommen.

Heute sind gemäss der Initianten nur Münzen und Banknoten «gesetzliches Zahlungsmittel». Diese machten aber nur zehn Prozent der umlaufenden Geldmenge aus. Zirka neunzig Prozent seien elektronisches Geld (»Buchgeld»), das die Banken per Knopfdruck selber schaffen, um damit ihre Geschäfte zu finanzieren.

Die meisten Leute gingen heute davon aus, die Guthaben auf einem Bankkonto seien echtes Geld. Ein Konto sei jedoch «bloss eine Forderung des Kunden an die Bank, ihm Bargeld auszuzahlen». Es handle sich somit nicht um «echtes Geld». Mit der Vollgeld-Initiative werde das elektronische Geld auf den Bankkonten zu gesetzlichem Zahlungsmittel, so die Initianten. (gs)

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