Niklaus Brantschen hat 50 Jahre Erfahrung mit dem Fasten.
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Niklaus Brantschen: «Trostlosigkeit ist eigentlich das Getrenntsein, das Nicht- in-und-mit-der-Welt-Sein»

Der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen findet Trost bei einem grossen Baum im Park des Lassalle-Hauses in Edlibach ZG. «Die Natur tröstet ganz generell – weil sie keinen Lärm macht.»

«In der Natur. Vor allem wenn wir uns in der Natur bewegen. Gerade neulich habe ich bei Günter Eich gelesen: ‹Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!› Ich nicht. Hier im Lassalle-Haus gibt es im Park einen riesigen Baum aus dem vorletzten Jahrhundert, über vierzig Meter hoch. Wenn ich danebenstehe und hochschaue, merke ich: Der ist älter als ich, der ist viel grösser als ich, der lebt noch, wenn ich nicht mehr bin. Das ist trostreich. Die Natur tröstet ganz generell – weil sie keinen Lärm macht. Wenn ich spaziere, spüre ich die Stille, die Geräusche, aber keinen Lärm. Das beruhigt, und das bringt mich in eine Verbundenheit mit allem, was ist. Denn Trostlosigkeit ist eigentlich das Getrenntsein, das Nicht- in-und-mit-der-Welt-Sein.»

Niklaus Brantschen sagt im Interview mit der «NZZ am Sonntag» vom 31. Dezember, wo man Trost findet. In erster Linie bei anderen Menschen, meint er. Aber der katholische Priester, Jesuit und Zen-Meister ist überzeugt, dass wir auch Trost in der Natur finden. (bal)


Niklaus Brantschen hat 50 Jahre Erfahrung mit dem Fasten. | © Ines Schaberger
3. Januar 2024 | 12:15
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