Nicola Neider: «Mich treibt ein Gerechtigkeitssinn an»
Sie leitet seit 16 Jahren den Fachbereich Migration und Integration der Katholischen Kirche Stadt Luzern und präsidiert eine Beratungsstelle für Sans-Papiers. Im Podcast «Laut + Leis» sagt Nicola Neider, was sie antreibt.
«Mich treibt ein Gerechtigkeitssinn an und auch ein Interesse und eine Liebe zu den Menschen, die hier fremd sind. Ich habe es selber erlebt, wie es ist, wenn man fremd ist, und sehr viel Gastfreundschaft erlebt. Und ich wünsche mir, dass wir hier in der Schweiz diese Gastfreundschaft auch den Menschen, die fremd sind und es nicht einfach haben, entgegenbringen.
Ich war längere Zeit in Chile, später habe ich mit Volksbewegung aus Brasilien zusammengearbeitet, und noch später war ich mit meiner Familie – mittlerweile verheiratet und mit zwei kleinen Töchtern – drei Jahre auf den Philippinen mit der Bethlehem Mission Immensee. Diese Erfahrungen haben mich sehr geprägt. Ich habe wirkliches Interesse an uns als Familie, an mir als Person erlebt und auch die Bereitschaft, die Fremdheit zu überwinden, indem man sich kennenlernt.
Das ist eigentlich mein Hauptantrieb: Ich finde es wahnsinnig spannend, Menschen kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören. Und wenn ich spüre, dass aufgrund gesetzlicher Voraussetzungen ihr Aufenthalt hier sehr erschwert oder verunmöglicht wird, dann bedeutet das für mich, dass ich mich dort gerne einsetze.»
Das sagt Nicola Neider. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus hat die katholische Theologin mit dem Fischhof-Preis geehrt. Im Podcast «Laut + Leis» spricht sie über ihr Engagement für Flüchtlinge und Sans-Papiers und über die Schweizer Asylpolitik. (sl)
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