Neues Priesterkolleg: Ex-Nuntius Viganò will Traditionalisten neue Heimat geben
Carlo Maria Viganò (82), seit 2018 ein offener Gegner von Papst Franziskus, will den Anhängern der katholischen Tradition eine neue Heimstatt geben – ein Priesterkolleg unweit von Rom. Es gehe darum, ein Netz des Widerstands aufzubauen.
Die von ihm geleitete Gruppierung «Exsurge Domine» kündigte auf ihrer Online-Seite die Gründung eines Priesterkollegs in der italienischen Provinz Viterbo nordwestlich von Rom an. Im «Collegium Traditionis» sollen Priester und Laien ein Zentrum finden, die treu zur katholischen Tradition stehen.
Viele von ihnen seien unter Papst Franziskus bestraft worden und jetzt mittellos, heisst es auf der Internetseite des künftigen Kollegs. Hinzu komme «eine wachsende Zahl von Priestern, Seminaristen und jungen Menschen», die der katholischen Tradition treu bleiben wollten und Hilfe suchten. Vigano war einst Vatikan-Botschafter in den USA.
Netz des Widerstands
Es sei nun die Zeit gekommen, «ein Netz der Unterstützung und des Widerstands» aufzubauen und eine Priesterausbildung zu garantieren, die «solide und ohne Kompromisse» sei und die aufgrund ihrer finanziellen Selbstständigkeit keine vatikanischen Zwangsmassnahmen fürchten müsse.
Im Mittelpunkt des neuen Kollegiums werde eine Kirche stehen, rings herum werde es nach klösterlichem Vorbild einen Kapitelsaal, Klassenräume und ein Refektorium geben. Auf dem Grundstück werde auch ein Gästehaus stehen, um jene zu beherbergen, die «die Gemeinschaft kennenlernen, sich zum Gebet versammeln oder geistliche Exerzitien machen möchten».
1,5 Millionen Euro Spenden nötig
Für den Umbau der bestehenden und den Neubau einiger weiterer Gebäude seien 1,5 Millionen Euro nötig. Diese sollen über Spenden eingenommen werden. Die Bauarbeiten seien bereits «weit fortgeschritten».
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