Daniel Bogner  | © zVg
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Daniel Bogner | © zVg

Moraltheologe zu Papstwort zur Verhütung: Keine Anzeichen veränderter Sexualmoral

Freiburg i.Ü., 19.2.16 (kath.ch) Die Aussage des Papstes zur Verhütung dürfe man nicht überbewerten, sagt Daniel Bogner auf Anfrage von kath.ch. Bogner ist Professor für Allgemeine Moraltheologie und Ethik an der Universität Freiburg.

Das Vermeiden einer Schwangerschaft sei kein absolutes Übel, sagte Papst Franziskus auf dem Rückflug von Mexiko nach Rom. «So etwas zu hören, macht Hoffnung, dass die katholische Kirche sich weiterentwickelt und ethische Abwägungen zulässt, die am konkreten Handlungskontext orientiert sind», sagt Bogner. Zeichen einer veränderten Sexualmoral sieht er in dieser Aussage allerdings nicht.

«Man erhofft sich immer wieder, dass die Kirche mit solchen Äusserungen einen Schwenk vollzieht und Mittel zur Empfängniskontrolle grundsätzlich als eine Möglichkeit zur Familienplanung und zu gelingender Partnerschaft ansieht», so Bogner. «Doch so weit sind wir nicht.»

Der Papst habe die Geburtenkontrolle auch diesmal nicht grundsätzlich befürwortet. Er habe nur eine Andeutung gemacht, dass der Einsatz von Verhütungsmitteln aufgrund der drohenden Infektion mit dem Zika-Virus gerechtfertigt ist, so Bogner. Doch da sei Franziskus auf derselben Linie wie andere Päpste vor ihm, etwa Paul VI oder Benedikt XVI.

Abtreibungsdiskussion vorbeugen

Mit seinen Äusserungen ist es dem Papst laut Bogner vor allem darum gegangen, jenen Stimmen zu widersprechen, welche in der aktuellen Notlage in Brasilien die Abtreibung als mögliches legitimes Mittel fordern, um die Geburt missgebildeter Kinder zu verhindern. Abtreibung bleibe unter allen Umständen eine schwere Schuld und sei durch nichts gerechtfertigt, habe der Papst dabei betont. (rp)

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