Mittel gegen inneren Unfrieden: Eine Friedenswanderung in den Ranft
Die Friedenswanderung am 22. Dezember von Stans in den Ranft ist für mich ein Meilenstein – auch in meiner persönlichen Vorbereitung auf Weihnachten. Daran rütteln weder Termindruck noch ungünstige Witterung, schreibt ein Mitwanderer.
Norbert Suhm*
Nach vier Adventswochen mit Weihnachtsfeiern und viel Glitzer spüre ich, dass ich mit mir im Unfrieden bin. Da kommt der Besuch beim Heiligen im Ranft jeweils zwei Tage vor Heiligabend gerade recht.
Was macht es aus? Die Wanderung – das Erleben des «auf dem Weg sein»? Impulse und kurze Einkehr in Kapellen und im Koster Bethanien? Oder ist es der Abstieg bei stockfinsterer Nacht in den Ranft oder der Abschluss in der Unteren Ranftkapelle?
Obligater Besuch bei Bruder Klaus
Meine Verbindung zu Bruder Klaus reicht lange zurück. In den 1970er bis 1990er- Jahren verbrachten wir als Familie mehr als 25 Jahre lang unsere Sommerferien in Kerns (OW). Ein Besuch in Flüeli-Ranft war obligat – retrospektiv betrachtet nicht immer zur Freude von uns Kindern.
Aber – die Einsiedlerzelle, in der wir schon als Jugendliche kaum aufrecht stehen konnten und die bildlichen Darstellungen und Wandfresken hinterliessen bereits damals bleibende Eindrücke.
Seit 2016, also mehr als 35 Jahre später, verbringen wir mit unseren eigenen Kindern einen Teil unserer Sommerferien in Engelberg – und wieder ist der Besuch beim Friedenstifter Bruder Klaus von Flüe obligat – ob bei Sonnenschein oder strömendem Regen. Bei einem dieser Besuche bin ich auf das Angebot des Fördervereins aufmerksam geworden. Für mich war sofort klar – das mache ich.
Heute ist es vor allem die Untere Kapelle mit dem Holzbildnis von Bruder Klaus und dem Friedenslicht, die mich berühren: Die Ahnung, dass hier einer glaubhaft und aus Überzeugung das lebte, was wirklich wichtig ist im Leben.
Heftiger Schneefall
So war es auch dieses Jahr, nach dem stillen Abstieg in den Ranft – bei heftigem Schneefall, wie ich ihn bisher noch nicht erlebt hatte. Ich zehre bis heute vom Erlebten und nehme die Gedanken mit in das Jahr 2025. Wenn es wahr würde, dass ein Friedensschluss verkündet werden dürfte – sei er privat im Kleinen oder global – wir dürfen weiter hoffen!
Die Friedenswanderung
Der «Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss» hat auf den 22. Dezember zum 4. Mal zur Friedenswanderung auf dem Bruderklausenweg von Stans in den Ranft eingeladen. Die Teilnehmenden wanderten auf dem gleichen Weg wie 1481 der Stanser Pfarrer Heimo Amgrund, der in den Ranft ging und Bruder Klaus von Flüe um Vermittlung an der Tagsatzung in Stans bat, heisst es in der Mitteilung. Auch mehr als 540 Jahre gelte es, über Frieden nachzudenken und für Frieden zu beten. Denn diesen brauche die Welt dringend. (rp)
*Norbert Suhm aus Arlesheim (BL) wandert regelmässig an den vorweihnächtlichen Friedenswanderungen in den Ranft mit.
**Der Weg in den Ranft wurde vor 16 Jahren saniert. Nun stehen im unteren Abschnitt des asphaltierten Weges kleinere Reparaturen an. Seit Montag, 6. Januar 2025, bis voraussichtlich Ende Januar/anfangs Februar, ist der Zugang vom Dorf Flüeli-Ranft in die Ranftschlucht teilweise gesperrt. (woz)
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