Mehrere Tote nach Starkregen im Tessin und Wallis: Bischof Alain spricht Betroffenen sein Mitgefühl aus
Am Samstag und in der Nacht auf Sonntag haben heftige Gewitter und Starkregen in Teilen der Schweiz zu Überschwemmungen geführt. Bei einem Erdrutsch im Maggiatal sind drei Personen ums Leben gekommen. Auch der Kanton Wallis ist von schweren Unwettern betroffen. Eine zuvor vermisste Person wurde leblos aufgefunden. Bischof Alain de Raemy, Apostolischer Administrator der Diözese Lugano, hat eine spontane Botschaft verfasst.
Wolfgang Holz
Im Maggiatal sind bei einem Erdrutsch drei Personen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich im Gebiet Fontana. Das schlechte Wetter erschwere die Rettungsarbeiten, schreibt die Tessiner Kantonspolizei.
Die Kantonsstrasse durch das Maggiatal ist unterbrochen, da in Visletto, einem Ortsteil von Cevio TI, eine Brücke einstürzte. Mehrere Seitentäler sind daher auf dem Landweg nicht mehr erreichbar. Die Campingplätze entlang der Maggia werden evakuiert, teilt SRF News mit.
«Ich spreche mein Mitgefühl aus»
Der Apostolische Administrator der Diözese Lugano, Bischof Alain de Raemy, hat sich angesichts der grossen Naturkatastrophe über die Medien an die Bevölkerung gewandt.
«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mit grossem Bedauern habe ich von der schwierigen Situation im oberen Maggiatal erfahren», schriebt er. «Ich möchte der gesamten Bevölkerung und den von der Notlage besonders betroffenen Menschen mein Mitgefühl aussprechen. Ich möchte allen Behörden, Rettungsdiensten und Menschen danken, die in diesen Stunden unermüdlich im Einsatz sind und mit ihrer Anwesenheit und Solidarität alle notwendige technische und menschliche Unterstützung leisten.»
Will betroffene Gebiete bald besuchen
Sobald es ihm möglich sei, werde er die betroffenen Gebiete besuchen. «Ich schliesse mich allen im Gebet an, mit einem besonderen Gedenken an die Opfer und ihre Familien.»
In den Tälern Val Onsernone, Val Lavizzara und dem Maggiatal ist es laut Alertswiss zu Überschwemmungen gekommen und es ist mit weiteren zu rechnen. Die Behörden rufen die Menschen in den betroffenen Gebieten im Tessin dazu auf, Häuser in Flussnähe zu verlassen und in der Höhe Schutz zu suchen. Zudem solle man nicht in den Keller oder in die Tiefgarage gehen. Auf dem Naturgefahrenportal des Bundes wurde die Gefahrenstufe für das Tessin westlich von Faido auf Stufe vier erhöht.
Rhone ist über die Ufer getreten
Im Wallis hat die Rhone zu starken Überflutungen geführt. Die Rhone ist an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Auch an den Seitenflüssen kam es zu Überschwemmungen. Der Höchststand des Rhonehochwassers sei in der Nacht auf Sonntag im Oberwallis erreicht worden, schreibt das Kantonale Führungsorgan (KFO) in einer Mitteilung.
Überschwemmungen gab es gemäss Communiqué unter anderem zwischen Raron und Gampel und zwischen Chippis und Siders. Unter anderem im Goms, in Täsch, in Siders/Chippis oder in Sitten mussten Menschen ihre Häuser verlassen. Insgesamt wurden nach Behördenangaben mehrere hundert Personen in Sicherheit gebracht.
Armee-Unterstützung angefordert
Der Kanton Wallis hat die Unterstützung der Armee angefordert, die primär in der Region Siders/Chippis bei der Bewältigung der Krise helfen soll. Die Hilfe der Armee ist nötig, da bereits sämtliche kantonalen Einsatzkräfte und private Firmen vor Ort im Einsatz sind.
Bundespräsidentin Viola Amherd hat unter X einen Beitrag an die Bevölkerung gerichtet: «Die schweren Gewitter haben in mehreren Regionen der Schweiz grosse Schäden verursacht. Im Tessin werden Personen vermisst. Meine Gedanken sind bei den betroffenen Menschen. Die Situation bleibt angespannt. Bitte passen Sie auf sich auf und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden.»
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