Ein Palästinenser mit einem Keffiyeh (Kopftuch) auf dem Kopf und in der Hand am 29. Juni 2024 in Hebron (Palästinensische Gebiete).
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Mehr als 3'000 Palästinenser aus Hebron vertrieben

Israels geht nach einem palästinensischen Überfall weiter gegen die Bevölkerung in Hebron vor. Inzwischen sind nach Angaben der Stadtverwaltung fast 500 Familien vertrieben worden, Rückkehr ungewiss.

(KNA) In der palästinensischen Stadt Hebron haben 488 Familien mit insgesamt 3’171 Personen wegen der anhaltenden israelischen Militäroperation ihre Häuser verlassen müssen. Darunter sind nach Angaben der Stadtverwaltung von Montag 209 Kleinkinder und 258 ältere Menschen. In benachbarten Stadtvierteln seien hunderte Menschen eingeschlossen und am Verlassen ihrer Häuser gehindert worden.

Ein für die Unterstützung der Vertriebenen eingerichtetes Komitee hat laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa mit Hilfslieferungen an die Vertriebenen begonnen. Es bleibe unklar, ob und wann die Menschen in ihre Häuser zurückkehren dürfen und wie viele Gebäude die israelische Armee in den betreffenden Vierteln abgerissen haben.

Reaktion auf tödlichen Angriff

Israels Militäroperation in Hebron folgte auf einen tödlichen Angriff bewaffneter Palästinenser auf einen israelischen Militärposten. Dabei wurden zwei israelische Soldaten erschossen. Die beiden palästinensischen Angreifer wurden laut Berichten nach einem etwa 20-minütigen Feuergefecht von Soldaten erschossen.

Nach Armeeangaben dient das Vorgehen in Hebron der Terrorbekämpfung. Die Operation werde voraussichtlich mehrere Tage andauern und gründliche Durchsuchungen sowie den Abriss von Gebäuden umfassen, die eine Sicherheitsbedrohung darstellten. Anwohner, die das Gebiet verlassen wollen, müssten sich nach Armeeangaben einer Befragung und Sicherheitskontrolle an einem der drei ausgewiesenen Ausgänge unterziehen.

Als Vorbild dient laut dem israelischen Verteidigungsminister Israel Katz das israelische Vorgehen gegen palästinensische Flüchtlingslager. Das gesamte Stadtviertel, aus dem die Terroristen stammten, werde von Bewohnern geräumt, die «Terrorinfrastruktur» bekämpft und zerschlagen, so Katz. Dies sei die einzige Sprache, die der dschihadistische Terrorismus verstehe. Die israelische Armee hat seit Januar 2025 in Flüchtlingslagern in Dschenin und Tulkarem zehntausende Palästinenser vertrieben und zahlreiche Häuser zerstört.

Hebron hat 210’000 Einwohner

Hebron, arabisch Al-Chalil, liegt rund 30 Kilometer südlich von Jerusalem und ist mit rund 210.000 Einwohnern die grösste palästinensische Stadt im Westjordanland. Gleichzeitig leben dort rund 850 jüdische Siedler, die durch circa 650 israelische Soldaten geschützt werden. Seit den Oslo-Abkommen in den 1990er Jahren ist Hebron in zwei Zonen geteilt. H1 mit rund 166’000 Palästinensern und 80 Prozent der Stadtfläche unterstehen der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde.

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H2 wird durch Israel kontrolliert. In ihr liegt neben der Altstadt auch die Höhle Machpela, die in eine Synagoge und eine Moschee aufgeteilt ist. Die als Grablege der drei biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob sowie ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea verehrte Stätte zählt zu den heiligsten Stätten des Judentums, wird aber auch von Muslimen und Christen verehrt.


Ein Palästinenser mit einem Keffiyeh (Kopftuch) auf dem Kopf und in der Hand am 29. Juni 2024 in Hebron (Palästinensische Gebiete). | © KNA
27. Oktober 2026 | 10:00
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