«Meer ist Glück, das die Seele frei pustet»: Wie sich Seelsorgende in den Ferien erholen
Auch Priester und Seelsorgende haben mal frei. Sie können ihre Ferien geniessen, um sich zu entspannen. Wie machen sie das? Wohin fahren sie? Kath.ch liess sich von drei Seelsorgenden erzählen, was sie in der freien Zeit so alles umtreibt – erstaunlich viel.
Wolfgang Holz
«Zum Ferienstart durfte ich mit Freunden drei Tage in einem abgeschiedenen ehemaligen Konvent im Centovalli verbringen. Gebet, Stille, Wandern, gemeinsam kochen… Man erreicht den Ort nur zu Fuss», beschreibt Stefan Staub. Seit zwölf Jahren ist er Diakon und Gemeindeleiter der katholischen Kirchgemeinde Teufen-Bühler-Stein.
Alte Kastanienbäume
Terra Vecchia sei umgeben von alten Kastanienbäumen, und der Ortsname sei Programm, schwärmt Staub. «Es ist ein Ort aus früheren Jahrhunderten, der mich eintauchen lässt in eine andere Welt: in die Welt der Innerlichkeit und der Stille. Rund herum tobt die laute Welt, und Terra Vecchia ist für mich wie das Auge eines Sturms.»
«Lesen, geniessen und die Welt Welt sein lassen…»
Stefan Staub, Diakon katholische Kirchgemeinde Teufen-Bühler-Stein
Nächste Woche geht es für Staub, der auch Armeeseelsorger ist, einige Tage ins Piemont. «Ich freue mich auf eine einfache Unterkunft in den Anhöhen von Asti inmitten von Rebbergen mit Blick auf die Weiler und die Städtchen der Region. Lesen, geniessen und die Welt Welt sein lassen…» Dolce far niente pur, sozusagen.
Von der Unendlichkeit des Horizonts
Szenenwechsel. «Fronkreisch» – o-là-là! «Das Meer rauscht mein Herz frei» – diesen Satz habe ich einmal irgendwo gelesen, und ich finde er passt zu mir», sagt Ella Gremme. Sie ist Pfarreiseelsorgerin in der Pfarrei Baden-Ennetbaden. «Mindestens einmal im Jahr das Meer sehen, in die Unendlichkeit des Horizontes schauen und zur Ruhe kommen», das ist für sie schon fast Pflicht.
Ella Gremme liebt es, die Flügel am Ufer eines Meeres auszuspannen, tief durchzuatmen und dem Wind all das mitzugeben, was belastend und zu schwer wird. «Ich liebe Ferien am Meer, und in diesem Sommer habe ich alle Kinder und Enkelkinder für eine Woche gemeinsame Meerferien in Südfrankreich eingeladen. «Wir werden unsere Tage in einem entzückenden Städtchen in der Nähe der Campinganlage verbringen, das Meer rauscht etwa 100 Meter entfernt, und die Sprache ist mir vertraut. Ich freue mich darauf.»
«In dem Städtchen gibt es eine sehr alte Wehrkirche, eine Wallfahrtskirche der Sinti und Roma. Sie lädt ein zum Beten und einfach nur zum da sein.»
Ella Gremme, Pfarreiseelsorgerin Pfarrei Baden-Ennetbaden
Aber nicht nur Strand, Sonne und Sand sind erholsam für die Badener Pfarreiseelsorgerin. Auch Besinnlichkeit ist angesagt. «In dem Städtchen gibt es eine sehr alte Wehrkirche, eine Wallfahrtskirche der Sinti und Roma. Sie lädt ein zum Beten und einfach nur zum da sein. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf die Sommerferien», meint Ella Gremme. Sagts und postet ein Strandbild mit dem sehr schönen Satz: «Meer ist Glück, das die Seele frei pustet.»
Die Prawns von James Bond
Mario Pinggera hat es eher «Bella Italia» angetan. «Zunächst geht es für 10 Tage nach Preveza am Ionischen Meer. Eine kleine Appartmentunterkunft mit einem winzigen Strand garantiert völlige Ruhe. Dazu mindestens ein gutes Buch und am Abend die weltbekannten ‹Prawns of Preveza› – die sogar im James-Bond-Film ‹In tödlicher Mission› erwähnt werden», schwärmt der Richterswiler Pfarrer.
Am 21. Juli konzertiert der Musik- und Orgelexperte im Rahmen des internationalen Orgelsommers im Münster in Salem. «Zum Nationalfeiertag am 1. August erklingt am Vorabend ein Orgelkonzert mit Fahnenschwingen in Richterswil», blickt Pinggera voraus. Das absolute Highlight» folgt für ihn kurz darauf. «Am 11. August wird in meiner Heimatpfarrei im Vinschgau die historische Reinisch-Orgel von 1863 nach umfangreicher Restaurierung gesegnet. Dort verbringe ich die verbleibenden Urlaubstage.»
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