Manuel Dürr: «Eine Änderung kann die Arbeit von Wochen vernichten»
Ausgerechnet der Petersdom in Rom hatte bisher keinen Kreuzweg. Das hat sich jetzt mit den 14 Ölgemälden von Manuel Dürr aus Biel geändert. Was ihn bei diesem Auftrag am meisten herausgefordert hat, erzählt der Künstler im Podcast «Laut + Leis».
«Die schwierigsten Entscheidungen muss man treffen, wenn man zum Beispiel einen fertig gemalten Christus hat und dann denkt, ich habe ja noch Zeit, ich sollte da nochmal eine Änderung vornehmen.
Nur: Bei der Ölmalerei kann man die Arbeit von Wochen und Monaten in einer halben Stunde vernichten. Zumindest in dem Sinne, dass man das dann nicht mehr in der gebührenden Art und Weise einarbeiten kann.
Änderungen sind je nachdem komplex. Da muss man strategisch und auch pragmatisch sein. Es könnte sein, dass ich das noch besser hinkriege, aber lohnt sich das jetzt mit Blick auf alle 14 Bilder, und lohnt sich das mit Blick auf die Uhr? Denn am Ende müssen die Gemälde, wie immer sie sind, einheitlich und souverän aussehen als Bilder.
Da gibt es dann schon eine Art von Perfektionismus, von dem man dann nicht sicher ist, ist das jetzt der angebrachte Anspruch, etwas richtig gut zu machen? Oder ist es vielmehr eine Art Eitelkeit oder übertriebener Perfektionismus?
Es braucht Disziplin, eine gute Entscheidung zu treffen: Wo soll ich mich jetzt noch mehr pushen, und wo sollte ich jetzt besser zurückstehen? Dafür benötige ich Weisheit, die ich nicht immer gehabt habe.»
*Das sagt Manuel Dürr im Podcast «Laut + Leis». Die 14 Stationen seines Kreuzweges werden heute im Petersdom in Rom der Öffentlichkeit präsentiert. Künftig sind sie jährlich während der Fasten- und Osterzeit zu sehen sein. (sl)
**Weitere Gemälde von Manuel Dürr sind morgen, Samstag, auf kath.ch zu sehen.
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