Eines der Via Crucis-Gemälde des Schweizers Manuel Dürr im Petersdom in Rom.
Schweiz

Manuel Dürr: «Eine Änderung kann die Arbeit von Wochen vernichten»

Ausgerechnet der Petersdom in Rom hatte bisher keinen Kreuzweg. Das hat sich jetzt mit den 14 Ölgemälden von Manuel Dürr aus Biel geändert. Was ihn bei diesem Auftrag am meisten herausgefordert hat, erzählt der Künstler im Podcast «Laut + Leis».

«Die schwierigsten Entscheidungen muss man treffen, wenn man zum Beispiel einen fertig gemalten Christus hat und dann denkt, ich habe ja noch Zeit, ich sollte da nochmal eine Änderung vornehmen.

Nur: Bei der Ölmalerei kann man die Arbeit von Wochen und Monaten in einer halben Stunde vernichten. Zumindest in dem Sinne, dass man das dann nicht mehr in der gebührenden Art und Weise einarbeiten kann.

Eines der Via Crucis-Gemälde des Schweizers Manuel Dürr im Petersdom in Rom
Eines der Via Crucis-Gemälde des Schweizers Manuel Dürr im Petersdom in Rom

Änderungen sind je nachdem komplex. Da muss man strategisch und auch pragmatisch sein. Es könnte sein, dass ich das noch besser hinkriege, aber lohnt sich das jetzt mit Blick auf alle 14 Bilder, und lohnt sich das mit Blick auf die Uhr? Denn am Ende müssen die Gemälde, wie immer sie sind, einheitlich und souverän aussehen als Bilder.

Da gibt es dann schon eine Art von Perfektionismus, von dem man dann nicht sicher ist, ist das jetzt der angebrachte Anspruch, etwas richtig gut zu machen? Oder ist es vielmehr eine Art Eitelkeit oder übertriebener Perfektionismus?

Manuel Dürr: «Verbessern oder nicht? Das braucht Weisheit, die ich nicht immer gehabt habe.»
Manuel Dürr: «Verbessern oder nicht? Das braucht Weisheit, die ich nicht immer gehabt habe.»

Es braucht Disziplin, eine gute Entscheidung zu treffen: Wo soll ich mich jetzt noch mehr pushen, und wo sollte ich jetzt besser zurückstehen? Dafür benötige ich Weisheit, die ich nicht immer gehabt habe.»

*Das sagt Manuel Dürr im Podcast «Laut + Leis». Die 14 Stationen seines Kreuzweges werden heute im Petersdom in Rom der Öffentlichkeit präsentiert. Künftig sind sie jährlich während der Fasten- und Osterzeit zu sehen sein. (sl)

**Weitere Gemälde von Manuel Dürr sind morgen, Samstag, auf kath.ch zu sehen.


Eines der Via Crucis-Gemälde des Schweizers Manuel Dürr im Petersdom in Rom. | © Keystone/EPA/FABIO FRUSTACI
20. Februar 2026 | 12:00
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«Laut + Leis», der Podcast für Religion, Ethik und Gesellschaft

«Laut + Leis» ist der Podcast des Katholischen Medienzentrums. Er behandelt relevante und aktuelle Themen rund um Religion, Ethik und Gesellschaft. Ob im Gespräch mit einem spannenden Gast oder in der klugen Debatte: Sandra Leis lädt Menschen ein, die sich mit der Welt auseinandersetzen, über den eigenen Tellerrand hinausschauen und etwas zu sagen haben. Zu hören sind laute und leise Töne, Gedanken und Argumente, die inspirieren und unterhalten.

Zu finden ist der Podcast «Laut + Leis» auf der Website www.kath.ch/podcast/ und auf allen gängigen Podcast-Portalen.