Peterskapelle in Luzern | © Urban Schwegler
Schweiz
Peterskapelle in Luzern | © Urban Schwegler

Luzerns älteste Kirche wird für 4,5 Millionen Franken saniert

Luzern, 19.5.17 (kath.ch) Die altehrwürdige Peterskapelle in der Luzerner Innenstadt kann saniert werden. Am Mittwoch hat das Parlament der Katholischen Kirchgemeinde Luzern den Kredit von knapp 4,5 Millionen Franken bewilligt. Baustart soll im September 2017 sein, wie die Katholische Kirche der Stadt Luzern am Donnerstag mitteilt.

Die Sanierung war als Wettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt «Passepartout» des Luzerner Architekturbüros Durrer ermögliche die gewünschte Flexibilität der Nutzung, etwa als Raum der Stille, für Liturgie, Begegnung, Kunst oder öffentliche Veranstaltungen, so die Mitteilung weiter.

Die Peterskapelle soll als Basis der vor kurzem geschaffenen Luzerner City-Pastoral dienen. An Sonntagen wird die Kapelle zudem von der italienisch-, der französischsprachigen sowie von der tamilischen Mission benutzt. Auch alte Vereine wie der Schifffahrtsverein, die Malteser oder eine Studentenverbindung feiern hier Gottesdienst.

Innenraum der Peterskapelle | © Urban Schwegler

Die Peterskapelle, deren erste schriftliche Erwähnung auf das Jahr 1178 zurückgeht, wurde letztmals 1965 restauriert. Die neue Sanierung sieht kürzere, mobile Holzbänke vor, ebenso einen neuen Zelebrationsaltar und Ambo. Die Seitenaltäre werden neu positioniert, Beichtstühle und Brusttäfer an den Wänden entfernt.

Marienstatue nur temporär präsent

Im hinteren Teil der Kapelle sollen drei Einbauten unterhalb der Empore entstehen, die einen Besprechungs- und Besinnungsraum, einen Beichtstuhl sowie eine Nischenkapelle beherbergen.  Auch die Leuchten sollen ersetzt werden.

Modell der Peterskapelle nach der Sanierung | © Durrer Architekten Luzern

Die Frage, ob die Marienstatue nach der Renovation in der Kirche bleibe, wurde im Vorfeld unter den Nutzern der Kapelle rege diskutiert. Nun soll sie nur noch temporär vor dem rechten Seitenaltar stehen, und zwar im Marienmonat Mai und im Rosenkranzmonat Oktober, wie Urban Schwegler, Leiter Kommunikation der Katholischen Kirche Stadt Luzern, auf Anfrage präzisiert. Er betont, dass im Gegenzug für die Pietà (Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu) eigens eine neue Nischenkapelle eingerichtet wird, und somit die Möglichkeit, jederzeit vor einer Marienstatue zu beten, nach wie vor bestehen bleibt.

Wiedereröffnung Herbst 2018

Nebst der Neugestaltung des Innenraums sollen Gebäudehülle, Dach und Fassade saniert sowie die sanitären Einrichtungen erneuert werden. Der Grosse Kirchenrat hat laut Mitteilung den Sonderkredit von knapp 4,5 Millionen Franken mit 26 Ja-Stimmen und einer Enthaltung bewilligt. Die kantonale Denkmalpflege beteiligt sich mit 400’000 Franken am Projekt. Nach der Baueingabe soll mit der Sanierung Ende September 2017 begonnen werden, ein Jahr später soll sie abgeschlossen sein. (sys)


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Peterskapelle

Die Peterskapelle ist «der älteste in Luzern erhaltene Kirchenbau», wie es im Bericht der Katholischen Kirche Stadt Luzern zur Sanierung heisst. Sie wurde 1178 erstmals schriftlich erwähnt und gab der ungleich berühmteren Kapellbrücke ihren Namen. Die Holzbrücke war bis im 19. Jahrhundert ein Stück länger und führte nicht nur von der Jesuitenkirche zur Peterskapelle, sondern von dieser weiter bis zur Hofkirche, wie historische Abbildungen zeigen.

Verschiedene Quellen weisen laut Bericht darauf hin, dass die Peterskapelle auch als Versammlungsraum diente. So sei etwa im 15. Jahrhundert die Burgunderbeute hier verteilt worden. Die Kapelle sei daher «geschichtlicher, politischer und kulturgeschichtlicher Brennpunkt» der Stadt Luzern und könne als deren eigentliche Keimzelle bezeichnet werden. (sys)

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