Luzerner Theologe erhält Preis für Forschung zu Las Casas und Max Weber
Severin Schnurrenberger hat sich in seiner Doktorarbeit mit einem Bischof aus der Kolonialzeit, Bartolomé de Las Casas, und dem Soziologen Max Weber auseinandergesetzt. Nun zeichnet ihn das Freiburger Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog dafür mit einem wissenschaftlichen Preis aus.
Barbara Ludwig
Der Preis ist nach Bartolomé de Las Casas (1484-1566) benannt. Der Dominikanermönch und Theologe aus Spanien war Bischof von Chiapas im heutigen Mexiko.
In vielen Traktaten, Denkschriften und Briefen habe Las Casas die missionstheologischen, kulturanthropologischen und ethischen Fragen behandelt, zu denen die «erste Globalisierung im Windschatten der europäischen Expansion» Anlass gegeben habe, heisst es in einer Medienmitteilung des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog.
Globalisierungsfragen
Dieses ist an der Universität Freiburg (Schweiz) angesiedelt und vergibt den mit 2000 Franken Preis. Damit würden Monographien in Missionswissenschaft, Religionswissenschaft, Dialog der Religionen, Kontextuelle Theologien oder Friedensethik ausgezeichnet, die die Globalisierungsfragen thematisieren, so die Mitteilung.
Dieses Jahr hat die Jury aus zehn Bewerbungen aus der ganzen Welt diejenige von Severin Schnurrenberger berücksichtigt. Gewürdigt wird damit dessen Luzerner Dissertation mit dem Titel «Las Casas – Max Weber. Ein rechtsphilosophischer Vergleich in vier Sätzen».
Relevanz für die «Krisen der Gegenwart»
Es handle sich um eine «sehr originelle Arbeit», schreibt das Institut. Einen Vergleich des Theologen aus der Kolonialzeit mit dem Klassiker der Soziologie Max Weber (1864-1920). Schnurrenberger hat für seine Doktorarbeit umfangreiche Schriften der beiden untersucht.
Der Verfasser bringe Las Casas und Weber um die Kategorien «Macht, Herrschaft, Recht, Legitimation, Tyrannei» ins Gespräch. «Er zeigt sehr gut die Konvergenzen und Divergenzen (…) sowie den Beitrag der Kanonistik zum Menschenrechtsdiskurs.» Ebenso werde die Relevanz der untersuchten Autoren für die «Krisen der Gegenwart» angedeutet, heisst es in der Mitteilung.
Schnurrenberger (*1991) ist seit 2022 Forschungsmitarbeiter an der Professur für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht der Universität Luzern und seit Anfang 2025 als wissenschaftlicher Oberassistent. Dort hat er auch seine Dissertation verfasst.
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