Papst Leo XIV. spricht am 23. April 2026 mit Journalisten an Bord des Flugzeugs auf der Reise von Äquatorialguinea zurück nach Rom (Italien).
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Länder Lateinamerikas erhoffen sich Unterschiedliches von der Papstreise

Papst Leo reist in seine zweite Heimat – und Peru ist begeistert. In Uruguay gibt es Hoffnungen auf einen «spirituellen Frühling», und in Argentinien ist laut dem deutschen katholischen Hilfswerk Adveniat eine politische Botschaft gefragt.

(KNA) Bei seiner Lateinamerikareise wird Papst Leo XIV. ab Freitag auf ganz unterschiedliche Erwartungen treffen – das sagte der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, Pater Martin Maier. Adveniat ist das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Es steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. 

Im stark säkularisierten Uruguay begegne man dem Papst ganz anders als in Peru, seiner zweiten Heimat, sagte der Hauptgeschäftsführer laut Mitteilung von Donnerstag.

In Uruguay bezeichne sich gerade einmal ein Drittel der Bevölkerung von vier Millionen Menschen als katholisch. «Der Vorsitzende der uruguayischen Bischofskonferenz, Milton Luis Tróccoli, erhofft sich vom Papstbesuch einen spirituellen Frühling», berichtete Maier von einem Treffen mit dem Bischof von Maldonado-Punta del Este-Minas.

Auf der Seite der Armen

In Argentinien seien die Erwartungen politischer: Dort sei die Schere zwischen Arm und Reich durch die Politik des libertären Präsidenten Javier Milei weiter auseinandergegangen. «Als ein Papst, der die Option für die Armen, für die Jugend und für die Indigenen bekräftigt, kann Leo XIV. hier ein Zeichen für die Menschen setzen, die wirtschaftlich und gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden und Opfer der gnadenlosen Profitmaximierung werden», so Maier.

Auch in Peru treffe der Papst auf eine «extrem polarisierte Gesellschaft», wie der nur hauchdünne Wahlsieg von Präsidentin Keiko Fujimori gezeigt habe. «Als Pontifex, als Brückenbauer kann er einen wichtigen Beitrag leisten, um Gräben und gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden», sagte Maier.

Papst als «Gegenentwurf» zu Trump

Auch das Hilfswerk formulierte Hoffnungen: Angesichts des massiven Rechtsrucks bei den Wahlen in zahlreichen lateinamerikanischen Ländern wünscht sich Maier von Papst Leo XIV. ein klares Eintreten für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte. «In einer Zeit, in der die USA Lateinamerika als ihren Hinterhof betrachten, bietet Leo XIV. den Gegenentwurf zu Präsident Donald Trump. Denn der Papst begegnet Lateinamerika und den Menschen mit Respekt und Achtung.»

Der Papst wird am Freitagnachmittag in Uruguay erwartet und will knapp drei Tage dort verbringen, bevor er nach Argentinien weiterreist. Am Mittwoch geht es dann weiter nach Peru. Am Vormittag des 17. November wird er in Rom zurückerwartet.

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Papst Leo XIV. spricht am 23. April 2026 mit Journalisten an Bord des Flugzeugs auf der Reise von Äquatorialguinea zurück nach Rom (Italien). | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
5. November 2026 | 15:00
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