Kurienkardinal würdigt Papstreise in Irak und Abraham-Abkommen
Die Ankündigung einer päpstlichen Irakreise ist laut Kardinal Fernando Filoni ein «Lebenszeichen». Die Annäherung zwischen Israel und den Golfstaaten sei mit «einer gewissen Hoffnung» zu betrachten.
Im Nahen Osten gibt es zum Jahresende nach Ansicht von Kardinal Fernando Filoni zwei hoffnungsvolle Nachrichten: die Annäherungen zwischen Israel und einigen Golfstaaten sowie die Ankündigung der Irak-Reise des Papstes. «Allein die Tatsache, dass der Papst ein Datum genannt hat, ist für die Iraker ein Lebenszeichen», so Filoni im Interview mit der Zeitung «Il Messaggero» (Mittwoch). Dies könne sogar Auswirkungen haben auf das Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten. Die päpstliche Reise ist gemäss «Vatican News» für März 2021 geplant.
1500 Jahre andauernde Probleme
Natürlich könne der Papst keine innerislamischen Probleme lösen, die schon seit fast 1500 Jahren bestehen, so der Kardinal-Grossmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Die Kirche versuche aber, Menschen auf beiden Seiten zu Gespräch und Dialog zu ermutigen. Ein Papstbesuch im Irak, wo beide islamischen Konfessionen aufeinandertreffen, könnte vielleicht dazu beitragen.
Jahrelang im Nahen Osten gelebt
Das von Israel und einzelnen Golfstaaten mit Vermittlung der USA unterzeichnete «Abraham-Abkommen» beobachtet Filoni «mit Interesse». «Ich habe jahrelang im Nahen Osten gelebt, um sagen zu können, dass dies etwas ist, das man wirklich mit einer gewissen Hoffnung betrachten sollte», so der Kardinal. Als Vatikandiplomat war Filoni von 2001 bis 2006 Nuntius im Irak und Jordanien, später von 2011 bis 2019 Leiter der vatikanischen Missionskongregation. (CIC)
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