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Kölner Priester begeht nach Missbrauchsvorwürfen Suizid

Ein des Missbrauchs beschuldigter Ruhestandsgeistlicher im Erzbistum Köln hat sich am vergangenen Wochenende das Leben genommen. Vier Tage zuvor sei er von seinen priesterlichen Aufgaben als Aushilfsseelsorger entbunden und ihm der Kontakt zu Minderjährigen untersagt worden, teilte die Erzdiözese am Montag mit.

Ende Dezember 2020 habe eine betroffene Person der Erzdiözese mitgeteilt, in den 1990er Jahren als Junge von dem Pfarrer missbraucht worden zu sein. Das Erzbistum hatte zur Klärung der Vorwürfe im Januar 2021 die vorgeschriebene kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und dazu auch ausführlich mit dem Betroffenen gesprochen, wie es hiess.

Die Erzdiözese hatte eigenen Angaben zufolge dem Beschuldigten seelsorgerische und psychologische Unterstützung angeboten, als ihm die Entbindung von seinen Aufgaben mitgeteilt worden sei. Zugleich betonte das Erzbistum, dass sie jedem möglichen Betroffenen Hilfe zukommen lassen wolle.

Hilfsangebote für Menschen in der Krise:

Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da, vertraulich und kostenlos:
Die Dargebotene Hand: Gespräch und Beratung per Telefon, E­-Mail, Chat
147.ch: Beratung für Kinder und Jugendliche von Pro Juventute Telefon, SMS, Chat, E­-Mail
Reden kann retten: Adressen von Beratungsangeboten in allen Kantonen

Daher würden am kommenden Wochenende an allen bisherigen Einsatzorten des Pfarrers Aufrufe veröffentlicht, um mögliche weitere Betroffene zu ermutigen, sich beim Erzbistum zu melden. Auch die Pfarrer der Pfarrgemeinden, in denen der Ruhestandsgeistliche tätig gewesen war, seien über die Vorwürfe informiert worden.

Auch ein Schweizer Fall

Der erste Suizid eines Priesters, der des Missbrauchs bezichtigt wird, ist es nicht. Im Jahr 2011 nahm sich in Genf aus dem Grund das Leben. 2018 waren es in Frankreich gleich zwei Priester, die wegen des Vorwurfs auf Missbrauch freiwillig aus dem Leben schieden. (kna/gs)


Kreuz | © Raphael Rauch
22. Februar 2021 | 18:09
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