US-Präsident Donald Trump | © pixabay.com
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US-Präsident Donald Trump | © pixabay.com

Klare Botschaften von Trump und Pence bei «March for Life» in den USA

Washington, 19.1.19 (kath.ch) Weit über hunderttausend Menschen, darunter vor allem Jugendliche, haben am Freitag bei eisigen Temperaturen am 46. «March for Life» für Lebensschutz in Washington teilgenommen. Erneut hat US-Präsident Donald Trump sich mit einer Botschaft an die Teilnehmer gewandt.

Höhepunkt der weltweit grössten Pro-Life-Veranstaltung war allerdings der Überraschungsauftritt von Mike Pence und seiner Ehefrau Karen. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten bekräftigte dabei sein Bestreben, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche weiter zu reduzieren.

Trump will Recht auf Leben mit Veto verteidigen

«Jedes Kind ist ein heiliges Geschenk Gottes», erklärte Trump in seiner Videobotschaft. «Wenn wir in die Augen eines neugeborenen Kindes sehen, erkennen wir die Schönheit und die menschliche Seele und die Herrlichkeit von Gottes Schöpfung.»

Er werde, versprach Trump, gegen jede Gesetzgebung ein Veto einlegen, die «den Schutz des menschlichen Lebens schwächt» etwa durch Verwendung öffentlicher Gelder für Abtreibungsgruppen. Das Recht auf Leben, welches «das erste Recht unserer Unabhängigkeitserklärung» sei, werde er als Präsident stets verteidigen.

Neue Interessengruppe im US-Senat

Für Aufsehen sorgte auch die Ankündigung des US-Senators Steve Daines, im US-Senat werde es erstmals eine Pro-Life-Interessensgruppe (»Caucus») geben. Eine ähnliche parteiübergreifende Gruppe besteht im US-Repräsentantenhaus bereits seit 1981. Daines zufolge könnten damit beide Häuser künftig enger zusammenarbeiten in der Gestaltung von Politik im Sinne des Lebensschutzes.

Immer breitere Teilnehmerschaft

Seit der Oberste Gerichtshof der USA 1973 mit der Grundsatzentscheidung «Roe v. Wade» fast alle Restriktionen für Abtreibungen aufhob, marschieren die Anhänger der Lebensschutzbewegung rund um den Jahrestag von der National Mall, der Nationalpromenade in Washington, zu den Stufen des Supreme Courts.

Die Veranstaltung war ursprünglich von Katholiken dominiert, doch hatten sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mitglieder anderer Kirchen sowie auch säkulare Gruppen anschlossen. Zuletzt nahmen regelmässig bis zu 250’000 Menschen teil. 2018 hatte sich Trump als erster amtierender US-Präsident direkt und live an die Demonstranten gewandt.

Bischof hofft auf Überprüfung des Urteils

Eine der zahlreichen Begleitveranstaltungen des Marsches war am Vorabend eine Gebetsvigil in der Kathedrale von Washington. Es sei «absurd», dass der Oberste Gerichtshof den Standpunkt vertrete, die Verfassung enthalte ein Recht auf Abtreibung, hob dabei der Erzbischof von Kansas City, Joseph Naumann, hervor.

Der in der US-Bischofskonferenz für Lebensschutz zuständige Bischof äusserte die Hoffnung, die jüngsten Neubesetzungen am Gericht würden zu einer Überprüfung des Grundsatzurteils von 1973 führen. (kap)

Unterstützung für strengere Gesetze

Umfragen der katholischen Laienorganisation «Knights of Columbus» zufolge würden drei Viertel der US-Amerikaner strengere Abtreibungsgesetze befürworten. 27 Prozent der Erwachsenen wollen, dass Schwangerschaftsabbrüche nur in den ersten drei Monaten straffrei möglich sein sollen; 28 Prozent sind der Meinung, diese sollten nur in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder bei Lebensgefahr der Mutter durchgeführt werden.

Rund zehn Prozent akzeptieren der Umfrage zufolge Schwangerschaftsabbrüche ausschliesslich bei Lebensgefahr der Mutter, weitere zehn Prozent tolerieren keinerlei Abtreibungen. (kap)

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