Bischof Paul Hinder
Schweiz

Kirche in Abu Dhabi verabschiedet den Schweizer Bischof Paul Hinder

Der Schweizer Kapuziner Paul Hinder (84) hat über 20 Jahre für die Kirche auf der Arabischen Halbinsel gewirkt. Nun hat sich das Apostolische Vikariat Südarabien mit einem Dankgottesdienst in Abu Dhabi vom emeritierten Bischof verabschiedet. Seit Dienstag ist Hinder wieder zurück in seiner Heimat.

Barbara Ludwig

In der St. Josefs-Kathedrale in Abu Dhabi haben Gläubige und Geistliche am vergangenen Sonntag Abschied von Bischof Paul Hinder genommen. Dies berichtet das Nachrichtenportal «Vaticannews».

Den Dankgottesdienst leitete sein Nachfolger Paolo Martinelli, Apostolischer Vikar von Südarabien. An der Feier in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hätten Priester aus den Vikariaten Süd- und Nordarabien teilgenommen. Auf der Arabischen Halbinsel gibt es zurzeit zwei Vikariate, also Vorstufen eines Bistums.

Einsatz für Bau neuer Kirchen und katholische Schulen

In seiner Predigt habe Martinelli Hinder als einen Bischof gewürdigt, der Gott stets in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt habe, so der Bericht. Er erinnerte an dessen Einsatz für den Aufbau neuer Kirchen, die Entwicklung kirchlicher Bildungseinrichtungen und die Förderung katholischer Schulen. Diese sind demnach insbesondere für die Kinder von Migrantenfamilien wichtige Orte der Bildung und Begegnung.

Martinelli, der ebenfalls Kapuziner ist, habe in seiner Predigt besonders die franziskanische Prägung des Ostschweizers hervorgehoben. Hinder habe es verstanden, sowohl politischen Verantwortungsträgern als auch einfachen und bedürftigen Menschen mit Offenheit zu begegnen. «Alle fühlten sich von ihm willkommen geheissen», sagte der Apostolische Vikar.

Mit Gewalt gegen Christen konfrontiert

Zu den schwierigsten Momenten seines Wirkens gehörten laut «Vaticannews» die Ermordung von Missionarinnen der Nächstenliebe im Jemen im Jahr 2016 und die anschliessende Entführung eines Priesters. Hinder habe diese Ereignisse mit Gebet, Entschlossenheit und seelsorglicher Nähe begleitet, sagte sein Nachfolger in der Predigt.

Hinder stammt aus dem Thurgau. Der Schweizer Kapuziner war im Dezember 2003 zum Weihbischof des damaligen Apostolischen Vikariats Arabien ernannt worden und übernahm im März 2005 dessen Leitung als Vikar, das heisst Bischof. Bei seinem Amtsantritt zählten sechs Länder zum Vikariat: Saudi-Arabien, Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Katar und Jemen. Später wurde das Gebiet in zwei Vikariate aufgeteilt.

Hinder ist bereits in seine Heimat zurückgekehrt. Am Dienstag sei er im Kapuzinerkloster Wil angekommen, sagte Bruder Josef Haselbach von der Schweizer Kapuzinerprovinz auf Anfrage von kath.ch.

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Bischof Paul Hinder | © zVg
28. Oktober 2026 | 16:00
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