«Jenseits im Viadukt» wird Experimentierraum für junge Menschen
Das Parlament der Katholischen Kirche im Kanton Zürich hat sich für ein Neukonzept eines «Impulsortes im Viadukt» entschieden. Dies nach «schweren Zeiten», wie es heisst. Neu soll daraus ein selbstbestimmter Ort für junge Menschen auf Sinnsuche entstehen.
(rp) Das Projekt «Jenseits im Viadukt» bietet seit 15 Jahren mitten im Zentrum der Stadt Zürich kirchliche Angebote für junge Menschen. Aber das «Jenseits» hat schwere Zeiten hinter sich, heisst es in der Mitteilung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.
Wegen Baumassnahmen der SBB musste es zeitweise geschlossen werden, und es kam auch zu Wassereinbrüchen. Das Personal des «Jenseits im Viadukt» wechselte mehrfach. Zudem zog sich der Stadtverband der katholischen Kirchgemeinden – Katholisch Stadt Zürich – aus der Finanzierung zurück. Dies alles gab Anlass für ein neues strategisches Rahmenkonzept «Impulsort im Viadukt».
Jugendliche ohne Pfarreibindung
In der Exekutive der Zürcher Kantonalkirche ist Vera Newec zuständig für Seelsorge Jugend und junge Erwachsene. Die Synodalrätin betonte in der Versammlung vom Donnerstag, dass seit der Gründung der Jugendkirche eine neue Generation junger Menschen den Ort im Viadukt besuchten. Diese neue Generation, oft nicht mehr pfarreilich gebunden, solle im Fokus des neuen Konzepts stehen. «Junge Menschen sollen in diesem Experimentierraum ausserhalb traditioneller Kirchenräume in ihrer Sinnsuche und Entwicklung unterstützt werden», so Newec laut Mitteilung.
Die Viadukt-Frage führte zu Diskussionen. Insbesondere wurde der Ort als «kostenintensiv» kritisiert. Die pastorale Zielsetzung und eine als zu vage empfundene inhaltliche Konkretisierung des Konzepts wurden hinterfragt. Befürwortende unterstrichen die Neuausrichtung weg vom blossen Konsum der Angebote und hin zu einer echten Beteiligung und Eigenverantwortung junger Menschen.
Schliesslich stimmte das Parlament dem neuen Konzept mit 61 zu 27 Stimmen bei 8 Enthaltungen klar zu. Mehrfach betonten die Kirchenpolitikerinnen und -politiker in der Debatte, die Einbindung der städtischen Kirchgemeinden solle verstärkt werden. Laut Konzept soll ein neuer Trägerverein den Ort aufbauen, der dann auch einen neuen Namen benötige, so die Mitteilung.
Unterstützungsgelder fürs Pfarrblatt
Die Synode sprach auch jährliche Unterstützungsgelder für die Subventionsperiode 2027 bis 2030: 3 Millionen für das Pfarrblatt Forum, 2,6 Millionen Franken für Caritas Zürich, 538’300 Franken für Die katholische Hochschulseelsorge aki sowie 255’000 Franken für die Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA).
Ausserdem wurden zwei neue Personen gewählt: Der Seuzacher Pfarrer Beat Auer als Nachfolger von Martin Stewen in den Synodalrat und Eva Baumann aus Wetzikon in die Synode. Auer vertritt im Synodalrat das Zürcher Seelsorgekapitel.
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