Cybermobbing auf dem Phone | © pixabay saferinternetat CC0
Vatikan
Cybermobbing auf dem Phone | © pixabay saferinternetat CC0

Vatikan plant Zentrum gegen Cybermobbing

Rom, 8.11.18 (kath.ch) Eine internationale Beobachtungsstelle für Cybermobbing soll im Vatikan eingerichtet werden. Ein entsprechende Initiative wurde am Donnerstag im Vatikan angekündigt. Träger des Projekts seien die von Papst Franziskus gegründete Stiftung «Scholas» und die italienische Carolina-Stiftung, berichtete der bischöfliche italienische Pressedienst SIR am Donnerstag.

Ziel des «International Cyberbullying Observatory» (ICO) genannten Zentrums solle es sein, «weltweit Informationen zu sammeln, konkrete Vorschläge auszuarbeiten und die Politik ermutigen, dieses Phänomen zu verhindern», zitiert SIR den Vorsitzenden der Scholas-Stiftung, Jose Maria del Corral.

Genauer vorgestellt werde das Projekt bei einem Kongress im April, an dem Vertreter von rund 50 Universitäten, etwa 30 Regierungen sowie von Telelommunikations- und Internetunternehmen teilnehmen sollen.

Vorarbeiten würden derzeit schon bei einem Treffen in Castel Gandolfo geleistet. Dazu gehöre auch eine globale Umfrage per Internet, die in Kürze gestartet werden solle, zu entsprechenden Erfahrungen von Schülern und Studenten.

Weltweit vernetzt

Die von Franziskus gegründete und an der päpstlichen Akademie der Wissenschaften angesiedelte Stiftung «Scholas» kümmert sich weltweit um Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Zu ihrem Netzwerk gehören nach eigenen Angaben 440’000 Schulen weltweit.

Die Stiftung «Carolina» erinnert an Carolina Picchio, das erste italienische Opfer von Cybermobbing. Die damals 14-Jährige hatte sich im Januar 2013 das Leben genommen, nachdem sie auf Facebook wegen eines Party-Videos gemobbt worden war.

Im Kinderzimmer erhängt

Der jüngste Fall: Im Oktober hat sich in Frankreich ein 14-Jähriger erhängt. Offenbar besteht ein Zusammenhang mit dem Internetspiel «Momo Challenge». Dieses Produkt, das über Whatsapp verbreitet wird, fordere die Teilnehmer zu gefährlichen Handlungen auf, schreiben die Medien.

Der Vater des Knaben, dessen Namen in den Medien mit «Kendal» angegeben wird, hat gemäss Medienberichten von Donnerstag, eine Klage gegen Youtube, Whatsapp und den französischen Staat eingereicht. Die Internetanbieter würden junge Menschen nicht schützen. (cic)

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