Fastenbrechen des Vereins «Frislam» in Freiburg | © zVg
Schweiz
Fastenbrechen des Vereins «Frislam» in Freiburg | © zVg

Humorvolles Fastenbrechen in Freiburg zieht 900 Leute an

Freiburg, 11.6.17 (kath.ch) 900 Personen nahmen am dritten öffentlichen Fastenbrechen in Freiburg vom Freitagabend teil. Die Teilnehmer stammten aus verschiedenen Kulturen und Generationen, teilte die Organisation «Frislam» am Sonntag mit. Es stand unter dem Zeichen des Humors.

Zum Fastenbrechen lädt «Frislam», ein Verein junger Musliminnen und Muslime aus Freiburg, jeweils die ganze Bevölkerung ein, wie deren Sprecher Yassine Dhif gegenüber dem Westschweizer Radiosender RTS (10. Juni) sagte. Im Zentrum stehe das Teilen: «Wir teilen dieselbe Stadt, dasselbe Leben, da liegt es nahe, miteinander eine Mahlzeit zu teilen.» Beim gemeinsamen Essen könne man Ängste abbauen und einander kennenlernen.

Rap, Slam-Poetry und Humor

Der Abend auf dem zentralen Pythonplatz wurde durch verschiedene kulturelle und interreligiöse Beiträge eröffnet: Da war einerseits die Freiburger Musikgruppe «Elimelek», eine christliche Rap-Band, die «über Religion und Einheit in religiöser Vielfalt» zu sprechen vermochte, so die Mitteilung. Der Neuenburger Slam-Poetin Jihen Nahdi Benamor sei es auf poetische Weise gelungen, gewisse Vorurteile gegenüber muslimischen Mitbürgerinnen in der Schweiz abzubauen. Schliesslich sorgte das christlich-muslimische Komiker-Duo «Oth’ et Kal" aus Frankreich für Lacher. Die beiden hätten auf humoristische Weise die kulturellen Unterschiede aufs Korn genommen, und dadurch deren Gemeinsamkeiten aufgedeckt, nämlich Liebe und Geschwisterlichkeit.

«Wir sind überzeugt, dass man sich über Humor auch schweren Themen mit Leichtigkeit nähern kann», sagte Dhif dazu gegenüber RTS. Ausserdem sei Humor sehr verbindend, unabhängig von Herkunft oder Religion.

Für Dhif, der in der Schweiz aufgewachsen ist, ist Kritik etwas Gewöhnliches, auch wenn es um Karikaturen geht. Wenn jemand mit Karikaturen – beispielsweise von Mohamed – andere verletzen wolle, so sei dies schade, aber Karikaturisten hätten das Recht dazu. Umgekehrt hätten Muslime aber auch das Recht, sich dadurch verletzt zu fühlen.

Unterstützung der Stadt Freiburg

Am Fastenbrechen wies Hamsa Mohamed, Präsident von «Frislam», darauf hin, dass die Grenzen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft verschoben werden müssten, um das Gefühl der Zugehörigkeit zur Freiburger Gesellschaft, zu der auch die Muslime gehörten, zu stärken. Auch sei es wichtig, das Engagement für die Zusammenarbeit von Muslimen mit ihren nicht-muslimischen Mitbürgern zu stärken, und zwar mit den verschiedenen Akteuren der Region.

Anwesend war auch Freiburgs Stadtpräsident Thierry Steiert, der in seiner Rede die Unterstützung und Dankbarkeit der Stadt gegenüber «Frislam» zum Ausdruck brachte.  Es sei richtig gewesen, dass der Gemeinderat den Verein seit seiner Gründung unterstützt habe. Der Stadtpräsident war bereits 2016 am Fastenbrechen. Gegenüber kath.ch sagte er damals: «Das Fastenbrechen selber steht für die Stadt im Hintergrund.» Für die Behörden gehe es vielmehr darum, dass junge Muslime einen Verein gegründet hätten und über diesen den Dialog mit Freiburgs Bevölkerung und den Behörden suchten.

Der Verein «Frislam» vereinigt junge Muslime, die in Freiburg engagiert sind und das gemeinschaftliche Leben fördern wollen. Im Verein sind Frauen und Männer zusammengeschlossen, die fünf verschiedenen muslimische Zentren angehören. Vertreten sind im Verein verschiedene muslimische Glaubensorientierungen. Die Muslime wollen über «Frislam» auch ihre soziale Zugehörigkeit zur Stadt unterstreichen. (sys)


Junge Muslime organisierten mitten in Freiburg öffentliches Fastenbrechen

 

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