Thomas Wallimann-Sasaki | © 2013 Josef Bossart
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Thomas Wallimann-Sasaki | © 2013 Josef Bossart

Hilfreiche Worte der Kirche zu Ehe und Sexualität nötig!

Gränichen AG, 15.3.14 (kath.ch) Vernünftige Worte seitens der Kirche zu Themen wie Ehe, Familie oder Sexualität wären dringend nötig, sagt Thomas Wallimann, Leiter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB. Er fordert eine Neu-Interpretation von langjährigen Überzeugungen der katholischen Lehre. kath.ch hat ihn an einem Synodengespräch in Gränichen AG getroffen.

Martin Binkert

Thomas Wallimann, was ist Ihre Quintessenz nach diesem Synodengespräch?

Thomas Wallimann: Frauen und Männer haben sich engagiert dieser Fragen im Blick auf die Gesamtkirche angenommen. Sie sehen aber, dass die Herausforderungen unserer Gesellschaft 20 Jahre weiter sind als die Art, wie die Kirche noch immer darauf reagiert.

Der Papst rief die ganze Welt dazu auf, sich zum Thema Familie zu äussern, doch es kamen nur ganz wenige. Ist dies nicht eine grosse Enttäuschung?

Wallimann: Es ist stets so, wenn Anlässe ohne Anmeldefristen durchgeführt werden, kommen nur eine Handvoll Leute. Heute ist Samstag und schönstes Wetter. Weniger die Anzahl Leute, sondern die Qualität der Gespräche ist wichtig. Diese kleine Zahl zeigt aber auch, dass die Glaubwürdigkeit der Kirche zu den Themen Familie, Ehe und Sexualität nicht mehr vorhanden ist und sich viele abgemeldet haben.

An diesem Gespräch zur Synode wurden klare Voten abgegeben.

Wallimann: Der Kernpunkt war wie gesagt, dass die Kirche jede Glaubwürdigkeit zu diesem Thema verloren hat, obwohl dringend vernünftige Worte nötig wären, die den Menschen in ihrem Leben helfen würden. Dies finde ich spannend. Man will die Kirche nicht einfach machen lassen.

Das heisst, ein grosses Bedürfnis nach Erklärungen der Kirche ist vorhanden.

Wallimann: Ja, diese sind dringend. Die Bischöfe müssen an ihrer Synode in Rom darüber nachdenken und nicht einfach die alte Lehre etwas attraktiver verkaufen. Sie sollen sich die Lebenssituationen der Menschen von heute genau anschauen und überlegen, welche Fragen sich stellen. Was bedeuten langjährige Überzeugungen wie die Offenheit einer Beziehung für Nachwuchs noch heute? Eine Beziehung darf sich nicht auf einen Egoismus zu zweit reduzieren, sondern muss offen für die Gesellschaft sein. Dies ist ein ganz wichtiges Kriterium für alle Formen von Beziehungen. Familien und Paare sollen das gesellschaftliche Leben mitgestalten. (mb)

Artikel zum Synodengespräch finden Sie hier.

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