Der Mariendom in Hildesheim
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Hildesheim legt Kandidatenliste für neuen Bischof fest

Die Suche nach einem neuen Bischof von Hildesheim geht in die nächste Runde. Nach einer ungewöhnlich breiten Beteiligung von Katholiken des Bistums stehen nun drei Kandidaten fest. Ihre Namen bleiben geheim.

(KNA) Das Hildesheimer Domkapitel hat eine Liste mit drei Kandidaten für die Nachfolge des früheren Bischofs Heiner Wilmer erstellt. Zuvor hatte ein Auswahlgremium aus dem Domkapitel und früheren Mitgliedern des Diözesanpastoralrates über mögliche Kandidaten beraten, wie das Bistum Hildesheim am Mittwoch mitteilte.

Die Liste soll im November dem Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, übergeben werden.

Die Namen der drei Kandidaten werden nicht veröffentlicht. Das Domkapitel habe die endgültige Liste nach den Vorgaben des Preussenkonkordats und unter päpstlicher Geheimhaltung erstellt, hiess es. An der Übergabe an den Apostolischen Nuntius sollen neben Domdechant Heinz-Günter Bongartz jeweils Vertreter der an der Auswahl beteiligten Gruppen teilnehmen.

Rund 630 Katholiken reden mit

Der Kandidatensuche war ein für Hildesheim neuer Beteiligungsprozess vorausgegangen. Mitte September hatten Domkapitulare und frühere Mitglieder des Diözesanpastoralrates an acht Orten mit Gläubigen darüber gesprochen, welche Eigenschaften und Fähigkeiten der künftige Bischof mitbringen sollte. Rund 630 Menschen nahmen damals teil.

Zudem konnten Katholiken dem Domkapitel konkrete Namen möglicher Kandidaten vorschlagen. Nach Angaben des Bistums gingen insgesamt etwa 100 Eingaben ein.

Nach der Vorstellung der möglichen Kandidaten habe das Auswahlgremium intensiv beraten und schliesslich «unter Gebet und in grosser Übereinstimmung» drei Personen benannt, teilte das Bistum mit. Auf dieser Grundlage habe das aus acht Priestern bestehende Domkapitel anschliessend in eigener Verantwortung die endgültige Kandidatenliste beschlossen.

Domdechant lobt gemeinsamen Weg

Bongartz würdigte das Verfahren als geistlichen und synodalen Prozess. Alle Beteiligten seien sich ihrer hohen Verantwortung bewusst gewesen. Der gemeinsame Weg habe gezeigt, «wie sehr der synodale Gedanke auch auf diesem Weg Menschen mit unterschiedlichen Verantwortungen in der Kirche zusammenhält».

Der Diözesanpastoralrat war ein Beratungsgremium des damaligen Bischofs, in dem Vertreter verschiedener Bereiche des kirchlichen Lebens mitwirkten. Mit Wilmers Wechsel nach Münster endete die Arbeit des Gremiums. Für die Suche nach seinem Nachfolger bezog das Domkapitel frühere Mitglieder erneut in die Beratungen ein.

Bistum seit Juni ohne Bischof

Wilmer hatte das Bistum Hildesheim seit 2018 geleitet und wechselte im Juni als Bischof nach Münster. Seither führt Weihbischof Martin Marahrens die Diözese übergangsweise als Diözesanadministrator. Zum Bistum gehören gut 490’000 Katholiken in weiten Teilen Niedersachsens sowie in Bremen-Nord und Bremerhaven.

Die Bischofswahl richtet sich nach dem Preussenkonkordat von 1929. Die Hildesheimer Vorschlagsliste wird über den Nuntius in das weitere Verfahren in Rom einbezogen. Daneben können auch andere dazu berechtigte Bischöfe sowie der Nuntius Kandidaten vorschlagen. Am Ende erhält das Domkapitel vom Vatikan eine Liste mit drei Namen, aus denen es den neuen Hildesheimer Bischof wählt.

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Der Mariendom in Hildesheim | © KNA
22. Oktober 2026 | 11:00
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