Good News von Fastenaktion: Hilfswerk hat mehr Geld für Projekte
Das katholische Hilfswerk Fastenaktion hat letztes Jahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, erstmals seit 2022. Nun kann es im laufenden Jahr mehr in seine Projekte investieren.
(rp) Das katholische Hilfswerk Fastenaktion hat das Jahr 2025 mit einem Plus von 652’565 Franken abgeschlossen. Es ist das erste positive Jahresergebnis seit 2022, schreibt das Hilfswerk in einer Mitteilung.
Die finanzielle Stabilisierung sei durch verstärkte Beiträge institutioneller Geldgebender wie Stiftungen, Kantone und Gemeinden sowie durch zweckgebundene Spenden ermöglicht worden. «Dank dieses positiven Resultats kann Fastenaktion die Projektausgaben 2026 erhöhen», verspricht die international tätige Nonprofit-Organisation. Im Jahr 2025 flossen demnach rund 18 Millionen Franken direkt in die Projektarbeit, was 85 Prozent der Gesamtausgaben entspricht.
Gemeinsam gegen Krisen
In vielen Regionen, in denen Fastenaktion tätig ist, leiden die Menschen unter den Folgen der Klimaerwärmung, steigenden Lebensmittelpreisen oder bewaffneten Konflikten, heisst es weiter.
Gleichzeitig entwickelten die Gemeinschaften vor Ort gemeinsam mit Partnerorganisationen von Fastenaktion konkrete und nachhaltige Lösungen. In Kenia etwa lernen Frauen in den «Feminist Agroecology Schools», ihre Ernte zu verarbeiten, um mehr Einkommen zu generieren und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu stärken. Im Senegal ermöglichen mehr als 2700 Solidaritätsgruppen Zehntausenden von Menschen, gemeinsam zu sparen, zinslose Kredite zu erhalten und so dem Hunger zu entgehen. In Guatemala verbessern Bauernfamilien ihre Ernährungssicherheit nachhaltig dank agrarökologischer Praktiken.
«Lokale Gemeinschaften in unseren Programmländern sind stark betroffen von den aktuellen Krisen, doch sie tragen zu Lösungen bei», betont Bernd Nilles, Geschäftsleiter von Fastenaktion, laut Mitteilung. «Wenn die Menschen Zugang zu Land, Saatgut, Solidaritätsnetzwerken und agrarökologischem Wissen haben, sind sie gegenüber klimatischen und wirtschaftlichen Schocks viel widerstandsfähiger. So können sie dem Hunger etwas entgegensetzen.»
Lokalen Stimmen international Gehör verschaffen
Im Jahr 2025 lancierte Fastenaktion seine neue Strategie «Lokal wirken – weltweit zusammenarbeiten». Das Ziel: die Wirkung der Arbeit der lokalen Partnerorganisationen weiter zu stärken. Gleichzeitig will Fastenaktion die internationale sogenannte Advocacy-Arbeit zu Fragen der Ernährungs-, Klima- und Rohstoffgerechtigkeit intensivieren. Dabei handelt es sich um ein anwaltschaftliches Vorgehen, bei dem die Ursachen der Armut und die politischen Rahmenbedingungen zugunsten der betroffenen Bevölkerung geändert werden sollen.
Die wichtige Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz erinnere daran, dass Hunger kein unabwendbares Schicksal sei, sondern die Folge politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen, schreibt Fastenaktion. Es erwähnt dabei eine Sensibilisierungsaktion zum Welthungertag mit einem Escape Game, einem Abenteuerspiel, bei dem man den Weg aus einem Raum finden muss.
Zwar herrsche international vor allem Abschottung und Instabilität vor. «Doch stellen wir jeden Tag fest, dass Solidarität eine äusserst konkrete Kraft des Wandels bleibt», so Bernd Nilles. «In Menschenrechte, Agrarökologie und lokale Initiativen zu investieren, bedeutet, in gerechtere, widerstandsfähigere und nachhaltigere Gesellschaften zu investieren.»
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