«Gesindel aus Wien»: Religionspädagogin wehrt sich gegen Kündigung
Heute kommt es um 14 Uhr zu einer Premiere: einer öffentlichen Verhandlung in der Zürcher Körperschaft. Religionspädagogin Christine Unterberger wehrt sich gegen ihre Freistellung und Kündigung.
Raphael Rauch
«Gesindel aus Wien», «Mann aus der Gosse Zürichs»: Blättert man in Zürcher Lokalblättern aus dem Jahr 2018, tun sich Abgründe auf. So ist von einer E-Mail die Rede, in der ein Pfarrer über zwei Mitarbeitende lästert. Eine Religionspädagogin nennt er «Gesindel aus Wien», einen anderen Mitarbeiter «Mann aus der Gosse Zürichs».
Freistellung in den Herbstferien
Es geht um einen alten Konflikt in der Kirchgemeinde Zollikon-Zumikon. 2018 wurde die aus Österreich stammende Religionspädagogin Christine Unterberger während der Herbstferien per sofort freigestellt und gekündigt. Eltern und Jugendliche solidarisierten sich damals mit ihr und sammelten Unterschriften.
Genützt hat dies nichts. Mittlerweile arbeitet Christine Unterberger für die Fachstelle Jugend und junge Erwachsene in Aarau. Sie hat juristische Schritte gegen ihre Freistellung und Kündigung eingelegt. Der Pfarrer ist inzwischen im Ruhestand.
Öffentliche Parteiverhandlung
Heute kommt es um 14 Uhr in der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich zu einer öffentlichen Parteiverhandlung – im Zürcher Hirschengraben 66. Die öffentliche Verhandlung ist ungewöhnlich, wie der Website der Rekurskommission zu entnehmen ist: «Das Verfahren vor der Rekurskommission ist grundsätzlich schriftlich und persönliche Anhörungen oder mündliche Verhandlungen werden praxisgemäss nur ausnahmsweise durchgeführt.»
Laut Simon Spengler, Sprecher der katholischen Kirche im Kanton Zürich, handelt es sich bei der öffentlichen Verhandlung um eine Premiere: «Das ist überhaupt noch nie vorgekommen.»
Es gilt Masken- und Zertifikatspflicht
Der Website der Rekurskommission ist zu entnehmen: «Für die Zuschauerinnen und Zuschauer gilt sowohl Masken- als auch Zertifikatspflicht.»
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