Gegen Fachkräftemangel in der Kirche – Neuer Studiengang Seelsorge in Luzern
Der Kreis der Personen, die in der katholischen Kirche der Deutschschweiz als Seelsorgende arbeiten können, erweitert sich. Neu braucht es nicht mehr zwingend einen Abschluss in Theologie. Die Theologische Fakultät Luzern plant einen neuen Studiengang, der für eine seelsorgliche Tätigkeit qualifiziert.
Wer bisher als Seelsorgerin oder Seelsorger arbeiten wollte, musste einen Masterabschluss in Theologie oder ein kirchliches Abschlusszeugnis in Theologie vorweisen. Ab Herbst 2026 bietet eine neue duale Ausbildung eine weitere Zugangsmöglichkeit. «Kirchlicher Studiengang Seelsorge» heisst das künftige Angebot, wie einer Mitteilung der Theologischen Fakultät der Universität Luzern zu entnehmen ist.
Hintergrund ist Fachkräftemangel
Personen mit einem Abschluss am Religionspädagogischen Institut RPI sowie Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Theologie am Theologisch-pastoralen Bildungsinstitut Zürich (TBI) können mit diesem Abschluss neu in die berufliche Seelsorge einsteigen.
Gemäss Mitteilung hat die Deutschschweizerische Ordinarienkonferenz (DOK) an ihrer Sitzung vom 19. November der Schaffung des neuen Studienganges zugestimmt. Das Gremium definiert Qualifikationsprofile und Ausbildungsstandards für kirchliche Berufe in der Region. Die Absolventinnen und Absolventen von RPI und TBI werden damit auch in die Berufseinführung oder den Pastoralkurs des jeweiligen Bistums aufgenommen.
Begleitung durch Praxisausbildner
Die DOK reagiere mit der Anpassung des Qualifikationsprofils «Seelsorge» auf den immer grösseren Bedarf an qualifizierten Seelsorgenden und wolle einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels im kirchlichen Dienst entgegenwirken, heisst es in der Mitteilung.
Durch die Zugehörigkeit des RPI zur Theologischen Fakultät der Universität Luzern sei das praxisnahe Lehrangebot fachwissenschaftlich fundiert. Die besondere Qualität des neuen dualen Studiengangs liege in der Verbindung von Theorie und Praxis, schreibt die Fakultät.
«Die Studierenden vertiefen einerseits im Studium ihre theologischen und seelsorgerischen Fachkompetenzen. Andererseits arbeiten sie bereits fest in der Praxis der Seelsorge, in der sie von qualifizierten Praxisausbildnerinnen und Praxisausbildnern begleitet werden und die im Studium erworbenen Inhalte anwenden und reflektieren können.»
Ab Herbst 2026
Die Theologische Fakultät Luzern kann den neuen zwei- bis dreijährigen dualen Studiengang ab Herbst 2026 anbieten – Zustimmung der Universität Luzern vorbehalten. Wie Damian Pfammatter kath.ch mitteilte, ist der neue Studiengang nicht nur in Luzern, sondern auch an der Theologischen Hochschule Chur und der Universität Freiburg (Schweiz) geplant. Pfammatter ist Studienleiter und Mitglied der Institutsleitung RPI.
Mit dem neuen Angebot ändert sich nichts am bisherigen universitären Ausbildungsweg zur Seelsorgerin bzw. zum Seelsorger. Nach wie vor könne mit dem Masterabschluss in Theologie und dem Absolvieren der Berufseinführung oder einem Pastoralkurs die Tätigkeit in der Seelsorge aufgenommen werden, schreibt die Fakultät. (bal, ergänzt 28.11.24)
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