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Freiburger Priester über die Missbrauchskrise: «Die Kirche hat mafiöse Strukturen»

Dominique Rimaz (53) ist Priester des Bistums Lausanne, Genf und Freiburg. In der RTS-Sendung «Infrarouge» sagte er am Mittwochabend mit Blick auf die Missbrauchskrise: «Die Kirche hat mafiöse Strukturen.»

Was meint er damit? «Die Priester schützen sich gegenseitig, die Bischöfe schützen sich gegenseitig. Niemand will offen über den Missbrauch reden. Das ist wie bei der Mafia: Es gibt eine Omertà. Die Mitglieder der Mafia haben eine Schweigepflicht gegenüber Aussenstehenden. Die Machtmechanismen in der Kirche funktionieren ähnlich», präzisiert Rimaz seine Aussagen gegenüber kath.ch.

Im RTS-Fernsehen sagte er auch, ein Bischof habe zu ihm mit Blick auf Missbrauchsfälle gesagt: «tais-toi», «halt den Mund». Gegenüber kath.ch sagt Rimaz, damit habe er Bischof Bernard Genoud und sein Umfeld gemeint. Genoud war von 1999 bis zu seinem Tod 2010 Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg.

Dominique Rimaz sagt zu kath.ch: «Einige Priester haben ein Problem mit Männlichkeit, Körperlichkeit und Sexualität.» Er zitierte in der RTS-Sendung den früheren Bischof von Sitten, François-Nestor Adam, der gesagt haben soll: «Ich habe Priester, möchte aber Männer.» Der im Januar verstorbene Walliser Kardinal Henri Schwery habe ihm dieses Zitat überliefert, sagt Rimaz zu kath.ch. (rr)


Der Priester Dominique Rimaz in der RTS-Sendung «Infragrouge». | © RTS
14. Oktober 2021 | 09:00
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