Frauenbund Schweiz: Solidarität bei Schwangerschaftsabbruch und bei Mutterschaft
Die katholische Frauenorganisation Frauenbund Schweiz macht sich für das Recht auf Selbstbestimmung stark. Dazu gehört seiner Meinung nach das Recht auf ein gelingendes und würdiges Leben – ebenso wie die Möglichkeit, sich für einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.
(woz) Der «Marsch fürs Läbe», eine Kundgebung von Abtreibungsgegnerinnen und -gegnern, findet am kommenden Samstag in Zürich statt. Events wie diese üben laut dem Frauenbund Schweiz Druck auf Frauen aus und verstärken das gesellschaftliche Stigma gegenüber jenen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, wie in einer Medienmitteilung betont wird.
Für Dialog, Wohlwollen und Verständnis
Getragen von seinem katholischen Selbstverständnis trete der Frauenbund Schweiz zusammen mit seinen Mitgliedern für Dialog, Verständnis und Wohlwollen ein – und stehe Frauen in allen Lebenslagen zur Seite.
«Der Frauenbund spricht sich nicht pauschal gegen Abtreibung aus, sondern stellt die Selbstbestimmung der Frau sowie die Notwendigkeit von Solidarität, Beratung und Unterstützung in den Vordergrund.»
Der Frauenbund fordere die Achtung des Gewissens von Frauen in Entscheidungssituationen ein. «Er spricht sich nicht pauschal gegen Abtreibung aus, sondern stellt die Selbstbestimmung der Frau sowie die Notwendigkeit von Solidarität, Beratung und Unterstützung in den Vordergrund», heisst es wörtlich weiter.
Für den Schutz des Lebens
Der Frauenbund Schweiz setze sich als katholische Frauenorganisation zudem gleichzeitig für den Schutz des Lebens ein. «Der Verbandsvorstand verkennt jedoch nicht soziale, rechtliche oder wirtschaftliche Aspekte, die zu einem Schwangerschaftsabbruch führen können», so der Frauenbund.
«Jede Frau, die sich trotz Notlage für die Mutterschaft entscheidet, die ein Kind zur Welt bringt, auch wenn es nicht geplant gewesen ist – aber auch jede Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch vornimmt», so der Frauenbund, «hat einen Anspruch auf Unterstützung, Respekt, Begleitung und Zuwendung der Gesellschaft.»
Frauen oft in auswegloser Lage
Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, befänden sich oft in einer ausweglosen Lage. «Das ist traurig, aber nicht verdammenswert. Sie brauchen Hilfe, Unterstützung sowie Zugang zu medizinisch sicheren Schwangerschaftsabbrüchen», so der Frauenbund weiter.
Frauen, die sich trotz einer prekären Lebenssituation zur Austragung eines Kindes entscheiden würden, unterstütze der Frauenbund Schweiz finanziell in Gestalt des Solidaritätsfonds für Mutter und Kind, der sich durch Spenden finanziert.
Dieser bestehe seit 1976 und leiste schnell und unbürokratisch Überbrückungshilfe für Frauen und Familien, die in finanzielle Not geraten seien – insbesondere im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder Kinderbetreuung.
Während in Kirche und Gesellschaft Schwangerschaftsabbrüche tabuisiert würden, bemühe sich der Frauenbund um eine differenzierte Haltung, stelle Fragen und suche den Dialog. «Er spricht offen über das Leid und die Notlagen, in denen sich Frauen befinden, wenn sie einen Abbruch erwägen – und sieht sie nicht als Schuldige, sondern als Menschen, die Zuwendung und Unterstützung brauchen.»
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